Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283040
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EXCURS 
Silber und Oelfarben aller Art geziert werden, wozu sich nach 
Urkunden von 1351 und 1352 (in den Archiven zu Brügge) 
ein heimischer Meister verpHichtcte (De Bast, messager des 
sciences etc. Gent 1824, pag. 50), und in Ely werden in diesem 
und folgendem Jahre zahlreiche Posten für Oelankäufe ver- 
rechnet, dercn Bestimmung die Ausdrücke oleum pictorum 
pro pictura facienda bezeichnen. Man nahm es hiebei zu 
Firnissen, wahrscheinlich als Beize des Goldes, zu einer Gattung 
Glasmalerei und zu decorativen Malereien auf Säule und 
Wand. 
Drei Jahre später betiehlt der Herzog der Normandie 
dem Maler Johannes Coste, sein Schloss, angeblich mit heiligen 
und Profangeschichten, also sicher wenigstens mit Farben, in 
Oel auszuzieren. Das Document vom 26. März 1356 besagt 
ausdrücklich: „Et toutes ces choses dessus devisees seront fetes 
de fines couleurs a huile." (Bibl. de l'ec0le des Chartes I, 2. 
serie. pag. 544.) 
Von 1357 datirt ein Gemälde des Belvedere in Wien, 
welches P. Federici veranlasste, der Meister desselben, Thomas 
von Mutina, zum Verpf-lanzer der Oelmalerei auf deutschem 
Boden zu machen. (Memorie Trevigione I. cap. 3. 62.) Er 
meint sehr naiv, dass Italien, wenn es die Technik schon von 
Flandern später empfängt, dieselbe schon früher einmal be- 
sessen, dem Norden mitgetheilt und selber vergessen haben 
muss, denn Italien kann nicht anders als die Urquelle sein. 
Mögen die zur Zeit des Autors veranstalteten Analysen das 
Vorhandensein von Oelen in diesen Bildern glaublich gemacht 
haben  von denen der altböhrnischen Schule nach Tomaso 
hat Passavant (Kunstblatt, 1841. Nr. 88.) entschieden das Gegen- 
theil behauptet. 
1358 fallen wieder Erwähnungen bei Gelegenheit des 
Dombaues zu Ely. 
Wenn wir Mrs. Merrifield (Cennino, pref. XVII.) 
glauben dürfen , so erhielt sich noch etwa bis 1360 im Süden 
die byzantinische Behandlungsweise der Tafeln mit Firnissen 
dunklen Tones, um dann erst vollständig der Tempera zu 
weichen. Zugleich tauchen immer häufiger in Oel gemalte 
Bilder auf, wie die Tafel des Venezianers Lorenzo von 1369,
        

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