Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283021
I7O 
EXCURS 
bildet, die Allen klar war. Tambroni hingegen hat dabei den 
Styl im Auge, die Form, nicht den geistigen Gehalt, aber es 
ist allein richtig, mit Rumohr lediglich an das Technische zu 
denken, welches Cennino, seiner ganzen Natur nach, auch das 
Wichtigste sein musste; Giotto schaffte die byzantinische Mal- 
weise mit ölgelösten Harzen wieder ab und setzte dafür das 
alte Fresco und Tempera ein, welche dem italienischen Sinne, 
dessen Vorliebe für rasches Exitwerfen und Vollenden besser 
zusagten, grosse Umrisse und breite Zeichnung im Gegensatzc 
zur minutiöseren griechischen Manier gestatteten und dem 
Klima des Landes entsprachen. Diesen Sinn drückt besonders 
deutlich das rimuto aus: der Meister wechselte abermals die 
einmal bereits vertauschte Technik; umsoweniger ist Donner's 
Ansicht zu theilen (l. c. XLIX. n. 133), der den Satz nicht auf 
die Oelmalerei, sondern Fresco und Tempera heziehend meint: 
Giotto habe von den Griechen (deren Einfluss er ja gerade 
stürzte!) denjenigen Theil der antiken Tradition über-kommen, 
der in seinem Vaterlande bereits verloren gegangen. 
Von jetzt an häufen sich allerdings Beispiele von dem 
neuen Verfahren. Ein Zeitgenosse des Giotto, der Florentiner 
Giorgio d'Aquila ist es, welcher 1314 in Chambery, 1318 in 
Borghetto in Oel malte (Cicognara) und 7 Jahre darauf nach 
einem zuerst von Vernazza (giornale Pisano 1794.) besprochenen 
Document des Turiner Archivs im Auftrage des Grafen von 
Savoyen die Ausschmückung einer Capelle in Pinerolo über- 
nahm. Er bediente sich des Nussöls, ohne jedoch mit dem Ver- 
suche Glück zu haben „quia (oleum) non erat sutliciens in pin- 
gendo capellam". Meister Giorgio hatte nicht, wie das III. Buch 
zum Heraclius lehrt, darauf geachtet, dass seine Mauern von der 
Sonne ja erwärmt bleiben würden und, wie Theophilus, kein 
künstliches TTOCIUJCHITIIIICI zur Hand. Vielleicht trugen Fälle 
gleich diesem zur Abneigung der Italiener wider das Oel- 
malen bei. 
Von demselben Jahre ist eine Rechnung der Kathedrale 
von Ely in England, für Oel, womit die Statuen auf den Säu- 
len bemalt wurden, ausgestellt. Für Malereien mit diesem Stoffe 
desgleichen 1336 und zwischen 1339 und 1341 mehrmals wie- 
der „zum Mischen der Farben" u. s. w.
        

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