Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283017
ÜBER uns ÖLMALEREI. 
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bereitet werden, zeigt wieder, dass die Oeltechnik noch nicht 
für eigentliches Malen, sondern erst zu Gründen, Goldtheile, 
Zierathen und Geräthe in Betrieb war. 
Von 1307 sind wieder hier einschlägige Arbeiten in der 
painted chamber zu nennen. 
Ghiberti erzählt uns von Giotto, wie seine Geschicklich- 
keit so mannigfaltig gewesen, dass er Wandmalerei, Oel- und 
Mosaiktechnik mit gleicher Kunst zu betreiben verstand. Sind 
nun auch keine Schöpfungen des Meisters auf uns gekommen, 
welche den zweiten Punkt erweisen, so verdient der Gewährs- 
mann doch allen Glauben; obwohl Giotto und vielleicht Cimabue 
vor ihm, von der griechischen Manier im Wesentlichen Abgang 
genommen, so blieb dennoch eine, vielleicht aus anderer Quelle 
herzuleitende Oelmalerei theilweise bestehen (s. sp.) und wurde 
neben der wiederhervorgeholten altitalienischen Weise fort- 
gepllegt. Aber sie war in den Hintergrund gedrängt, „Giotto 
wandelte die Malerkunst vom Griechischen ins Italienische" 
(lateinische) nach den Worten Cennino's, eines mittelbaren 
Schülers. Beide Schriftsteller, Ghiberti und Cennino, bemerkt 
Rumohr (II, 43) bezeichnen "eine Erneuerung der Manier oder 
der technischen Behandlung, und in der That ergibt sich aus 
den sicheren Malereien des Giotto und seiner florentinischen 
Zeitgenossen, dass er das zähere Bindemittel der griechischen 
Maler ganz aufgegeben hat und zu jenem flüssigem und min- 
der verdunkelndem zurückgekehrt ist, dessen die ältern italie- 
nischen Maler, ehe sie zur griechischen Manier übergingen, 
lange Zeit sich bedient hatten." So war das erstmalige Ein- 
dringen einer der italienischen Kunst historisch und natur- 
gemäss fremdartigen Weise siegreich zurückgeschlagen. Jene 
Malerei, wie sie Ceremonienbildern und pomphaftsteifen Altar- 
tafeln in Byzanz entsprach, verlor alle Bedeutung, als es sich 
gleichwie bei den Alten, das frohe, frische Leben in gewaltiger 
Erscheinung auf riesige WandHächen zu entwerfen handelte. 
Vasari hat natürlicherweise diesen Atlsspruch des Cennino miss- 
verstehen müssen und fasste ihn bildlich auf: wie das Wenigeren 
verständliche Griechisch in das Vielen geläufige Latein über- 
setzt wird, so hätte Giotto das seltsame, unerquickliche der 
ältern, primitiven Kunst in die neue heimische Weise umge-
        

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