Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283006
168 
EXCURS 
verloren gingen. Das "tedeschi" des Cennino heisst in Ewig- 
keit Deutsche, so viel daran umzudeuten versucht wurde, zu- 
dem begegnen uns  etwas später  als HHLIPUDClSICT der 
englischen Arbeiten eben ein John de Alemayne, William Alle- 
mand, Gilectus of Bruges. Hingegen muss dem gen. Autor 
vollkommen beigepllichtet werden, wenn er (gegen Kugler, 
Handb. d. M. 1, pag. 217 n.) bloss Ornamente, polychrome 
Auszierung und Marmoriren der Säulen als Gegenstand dieser 
Arbeiten bezeichnet. Solche Decoration findet sich auch in 
Deutschland, wie F. Falk vom Wormser Dome berichtet. (Die 
Bildwerke des W. D. Mainz 1871, p. 21.) 
Vom Ausgange dieses Jahrhunderts rührt auch ein Manu- 
script des britischen Museums her! (Sloane Manuscript 1754.) 
lncipit tractatus de Coloribus llluminatorunl et Pictorum. Hier 
sind gleichfalls Farbenbereittlngen mit Oel angegeben. Azur 
soll zur Wandmalerei mit Wasser, auf Holz mit Oel bereitet 
werden, Bleiweiss auch auf dem Kalke mit Oel, auf Pergament 
mit Wein etc. Die Handschrift soll aus einem französischen 
Kloster stammen. 
Ungefähr an der Grenzscheide des 13. und 14. Jahrhun- 
derts stehen ausserdem noch zwei werthvollc Tractate. Aelter 
scheint jene Sammlung technischer Vorschriften, welche Pierre 
de S. Audemar (Omer), offenbar dem nördlichen Frankreich 
cntsprossen, zusammenschrieb, wozu er mancherlei aus Theo- 
philus, Mappae clavicula und dem eben genannten Manuscript 
aufnahm. (Eastlake I, 45, Merrifield, 112.) Wir Enden wieder 
das Recept für die mit Safran gefärbte Firnisstinte zur Ver- 
goldung, wie diese in derselben Praxis in der Stephanscapelle 
zu Ely wirklich ausgeführt wurde; Farben (Azur, Grün, 
Minium, Bleiweiss etc.) mit Oeltempera, darunter Grün und 
Bleiweiss auch schon für Wanddecoration; vernix liquida von 
Leinöl. 
Das andere ist ein venezianisches Manuscript des-Britti- 
scheu Museums (Sloane 416), Recepte für Medicin und Malerei. 
Es lehrt die Farben mit Leinöl reiben, welche auch schon für 
Leinwandgründe angewendet werden. Firnisse sind Sandaracca 
und Oel, Trocknenmittel Kalk, gebrannte Knochen und Mastix; 
eine Stelle, wo gesagt wird, wie Firnisse für die Armbruste
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.