Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282994
ÜBER DIE ÖLMALEREI. 
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ist   . jenes dichtere, verdunkelnde, glänzende der Byzantiner." 
Diese Art Oeltechnik nun wird von den nächsten Meistern fort- 
geübt und verschwindet erst mit Giotto's Umgestaltungen. Und 
schon machen wir eine Bemerkung, welche zur Folge, zur Be- 
leuchtung des van Eyk beigelegten Verdienstes in Beziehung 
steht. Solange der eigenthümliche Geist der griechischen 
Malerei, selbst in Cimabue und Duccio kaum gemildert, eine 
Weile herrschend auftritt, so lange entstehen Bilder mit jenen 
braunen Firnissen in Italien. Aber im Momente, als der Genius 
des ersten Horentinischen Malers die Gewölke zerreist, welches 
von Osten her über Italiens Kunst gekommen ist, von da an 
verliert sich bis auf ein geringes Maass die fremde Technik 
und neubelebt greift man allsogleich wieder zur Tradition der 
grossen classischen Vorzeit zurück. Das Handwerk folgt leiten- 
den Gedanken, die es in gewissen Grenzen wohl unterstützen 
kann, nie aber fällt in dessen eigenem Bereich eine Neuerung 
vom Himmel herab, nie regt es sich mit neuem Leben in sei- 
nem Schosse, wenn die Befruchtung fehlte, die Idee. 
Doch wir blicken zum Norden zurück. Hier eröffnet sich 
in der Kunst Englands der Ausblick auf eine weitverbreitete 
Praxis in Oelmalerei. Schon im 13. Jahrhunderte werden unter 
Heinrich III. die Gemächer der Königin in Westminster in Oel 
gemalt, 1239 erlässt der König eine Geldanweisung für Oel, 
Sandracca und Farben (Walpole, anecdotes of Painting in Eng- 
land. 1762, IV, 1, pag. 6.) In den Rechnungen für Maler- 
arbeiten in der camera regis Findet sich die Ausgabe für einen 
Wagen Kohlen, offenbar zum Kochen des gleichzeitig mit 16 
Gallonen verzeichneten Oels (1274-77.) Von 1277 und 1297 
gibt Walpole eine weitere Reihe von Werken in Oel an, 1289 
erfolgt eine Ausbesserung der pain-ted chamber unter Eduard I., 
zu welchem Zwecke Bleiweiss, Oel und Firniss verbraucht 
werden, desgleichen 1292 etc. Aus diesen völlig sichern Daten 
folgert Eastlake (l. c. p. 61), dass England das Gebiet gewesen, 
wo in jenen Tagen das meiste in Oel gemalen wurde, und die 
Vorschriften des III. Buches zum Heraclius durch Belege der 
Praxis repräsentirt erscheinen. Indess beweisen die englischen 
Urkunden dieses Gegenstandes nichts für andere Länder, in 
deren späteren Schicksalen ähnliche, vielleicht reichere Zeugnisse
        

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