Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282980
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EXCURS 
der Tafelmalerei zusammenhängt: man brauchte ein geschmei- 
digeres Bindemittel, eine Tempera, welche vor dem Aufsetzen 
bereits die Farbe bequem mischen und abtönen lässt, kurz, 
welche die Eigenschaften des Oeles besitzt. Ferner bedarf die 
übermässige Prachtliebe, die Geldverschwendung entweder der 
Beizen als Unterlage und Haftmittel der Goldblätter oder gel- 
ber Firnisse, auripetrum, über denselben, also gleichfalls Oel- 
Präparate. Daher enthält die Fpyaveäa 117;; Cwypacptxäq zahlreiche 
Regeln über Oelsiccative und Oelfirnisse. Trocknenöl ist das 
Peseri (türkischer Ausdruck für Leinöl). Seine Bereitung unter- 
scheidet sich in nichts von den bereits bekannten Methoden. 
Als Harze der verschiedenen Firnissarten erscheinen Tannen- 
pech, Mastix, Sandolosa (Ambra oder Sandracca). (S. Didron, 
manuel d'iconogr., Uebersetzung von G. Schäfer. Trier, 1855.) 
Von diesen Griechen nun sollte Italien das erste Mal mit 
den Segnungen der Oeltechnik beglückt werden. 
S0 roh, plump und hässlich selbst die Malereien seiner 
Meister des 12. und I3. Jahrhunderts geriethen, sie bleiben 
ehrwürdige Monumente als Werke der alten römisch-griechi- 
schen Frescotechnik. Diese kolossalen dräuenden Crucifixe und 
Madonnen eines Margheritone u. A., von denen eine lange Reihe 
bei Crowe 8c Cavalcaselle nachgewiesen (I. Band), hängen als 
technische Producte in ununterbrochener Folge mit den Kata- 
kombengemälden und Pompejanischen Decorationen zusammen 
u. s. W. Schon (und noch) damals "bedienten sich die Italiener 
eines hellen, auf die Farbe nicht einwirkenden Bindemittels: 
vielleicht schon damals der Milch unreifer Feigen und anderer 
minder öliger Leine". (Rumohr, Ital. Forsch. l, 311.) Seit 
Giunto Pisano und Cimabue aber macht sich die Berührung 
mit Byzanz wie in den wichtigen Theilen der Kunst auch be- 
treffs der Malweise bemerkbar. „Die Tafeln, welche in griechi- 
scher Manier ausgeführt werden, sei es von den Griechen selbst 
oder von ihren italienischen Nachahmern, neigen sich dahin- 
gegen überall zu einem dunkleren, gelblichen Hauptton." 
(Ibid) Chemische Untersuchung brachte bei Malereien des 
Giunto u. A. einige Tropfen ätherischen Oeles zu Tage (Mar- 
chese op. IV, 31I),_von einem Werk in St. Maria degli angeli 
bei Assisi berichtet Rumohr (loc. cit. 343): „Das Bindemittel
        

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