Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282890
ÜBER DIE ÖLMALEREI. 
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hundert nennt der Araber Geber das Leinöl, ferner ein anonymes 
Msc., von Lucca, welches Muratori mittheilt. (Ant. Ital. med. 
aev. II. 366.) Hier ist von Eitempera die Rede, doch wird 
nebstdem eine Art OCllTliSChUHg der Farben angezeigt: de tictio 
(sie) petalorum , welche, übereinstimmend mit dem ebener- 
wiihnten Recept des Aetius, in einer gelben Färbung des auf- 
gelegten Zinngrundes besteht, zum Ersatz des Goldes; Leinöl 
wird mit Sandracca oder Mustix ohne Beimengung eines anderen 
Harzes zum Firniss vereinigt. Diese Oelfarbe taucht nach Carl 
des Grossen Zeit beiläufig immer ausschliesslicher auf und ver- 
drängt die Verwendung des vorher häufigeren Nussöles. Ausser 
Mastix, der bereits als Siccativ erscheint, und Sandracca kommen 
in diesen Vorschriften, deren einige, namentlich von Oel han- 
delnde Stellen bei Hendrie (loc. cit. pag. 96) abgedruckt sind, 
vor: Terpentin, im cap. über jenen goldfarbigen Firniss der 
Staniolblätter (de Lucide ad Lucidare), Tannenpech und jenes 
von Tauris eingeführte, daher Torisino, gen. Harz, Oli- 
banum. 
An einem anderen Orte wird der Nachweis zu liefern 
sein, wesshalb die Schedula CllVCPSäJFLIITI artium des Theophiltis 
presbyter in der chronologischen Anordnung der über Oel- 
malerei bekannten Daten hier eine Stelle einnehmen müsse 
Vorderhand verweise ich auf die Einleitung der Ausgabe 
Hendrie's (pag. XV.  und dessen Motivirung der Annahme, 
dass Theophilus dem 11. Jahrhundert angehöre, gegen dic- 
ijenige von Guiclmard (ausg. Escaloppier, pref.),Texier (Analyse 
du Traite de Theoph. Annal. arch. 1846.) Bourasse (Dictionn. 
d'archeol.) u. a., denen zufolge der Künstlermönch im 12., zu 
Anfang des I3. Jahrhunderts spätestens sein Werthvolles Buch 
über die Kunst geschrieben hättejEbenso kann hier einstweilen 
keine Discussion über seine Herkunft und Heimat eröffnet 
werden, über welchen Punkt übrigens Zweifel kaum mehr be- 
stehen. Dem allein auf den „tractatus lombardicus" gestützten 
Versuch Cicagnorak, den Autor Italien zu vindiciren, schliessen 
sich die patriotischen Anstrengungen französischer Gelehrter 
gleich unhaltbar an: für Deutschland spricht Art und Charakter 
der in diesen drei Büchern geschilderten Künste und zahlreiche 
äussere Umstände. Theophilus ist hauptsächlich Erzkünstler,
        

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