Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282880
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EXCURS 
lcgung von den Malern der Alten in Abrede gestellt hat, wie 
aus dem 4. Jahrhundert ganz sicher die Bereitung von Essic- 
cativen feststeht, so liefern Berichte des fünften den Beweis 
von der Anwendung Öliger Firnisse. Es wurde Oel, wahr- 
scheinlich Nussöl (welches übrigens an sich bereits ein Trock- 
nenöl ist, da es in frischem Zustand Linolein, den eigentlich 
trocken machenden Bestandtheil enthält, Mulder, loc. cit. 
pag. 28), an der Sonne verdichtet und dieser Firniss dann auf 
Vergoldungen zu deren Schutze aufgetragen. Namentlich gab 
man ihm durch eine Beimengung von Gelb Färbung und deckte 
Staniol damit, welches so den Glanz des Goldes erhielt. Später 
dann, um 540, schrieb Aetius, ein Arzt aus Amida in Meso- 
potamien, von Trocknenölen, die auch im Kunsthandwerk ver- 
werthet wurden, Ricinusöl (von Ricinus comm. L., Castoröl) 
und Leinsamenöl. Man zog das erstere damals vor. Nussöl, 
bemerkt der Gewährsmann, wird wie das der Mandeln gewonnen 
und sei Leuten, die Vergoldungen machen und solchen, welche 
sich mit dem "Einbrennen" beschäftigen, dienlich, "denn es 
trocknet". Sicherlich verlieh man ihm diese siccative Kraft 
durch Aussetzen an die Sonne. Es scheint hiermit eine letzte 
Hindeutung auf das Verfahren in der Wachsmalerei, und zwar 
jener mittelst Kausis, gegeben, welche in den technischen 
Schriften der Folgezeit nicht mehr Erwähnung findet. Gleich- 
wohl fristete sie vielleicht noch, gleich vielen antiken Resten, 
ein kümmerliches Scheinleben zu dem Volke hinüber, welches 
so viel des Aeusserlichen davon wie in Versteinerung bewahrte, in 
Byzanz, wo wir die Spuren noch begegnen werden. Im Abend- 
lande aber gehen nun wilde, friedlose Zeiten auf, so dass erst 
mit dem hellen Stern des Karolingischen Geschlechtes auch den 
Künsten wieder glücklichere Tage winken.  
Im 8. Jahrhunderte sind dichte Firnisse bereits in Gebrauch, 
deren Oelbestandtheile die Farben hell und durchsichtig er- 
scheinen lassen. Bei den Byzantinern fertigte man dieselben 
aus Leinöl, das gekocht und mit Tannenharz vermischt wurde, 
daher der bräunliche Ton ihrer Bilder; zuweilen diente selbst 
blosses Oel dieser Gattung zum selben Zwecke; ob jene das 
Rechte treffen, welche hiebei an ein Erbtheil der altgriechischen 
Technik denken, ist schwer zu beurtheilen. In diesem Jahr-
        

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