Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282869
154 
EXCURS 
Notiz über Apelles, wie Raspe (pag. 36) und John (Malerei 
der Alten pag. 14.9  behaupten, mit atramentum eine derartige 
Mischung meine. Eastlakds Bemühungen (Materials fora history 
of oil-painting. I. 15) aus Caneparitis, de atramentis, darzuthun, 
dass Firniss gemeint sei, sind wie jene Raspe's nicht über- 
zeugend. Es scheint sich also beinahe auf ein Minimum zu 
schränken, was bei der antiken Malweise mit Oel gearbeitet 
wurde. Plinius kenntim Uebrigen nur Enkaustik und Eitempera, 
die erstere als seltenere Technik bezeichnend (XXXV. 26., 
auch Feigenmilch erscheint unter seinen Vorschriften bereits in 
Verbindung mit Eitempera, doch wieder nur für Arzneien, 
(XXIII. 7, 63)  ein Beispiel, wie Praktiken in anderer Weise 
längst verwendet sein können, ohne dass vorderhand an den 
später allgemeinen Gebrauch gedacht würde. 
Nach Welker (kl. Schr. III. pag. 4x2 ff), Hittorf (archit. 
polychr. c. XCIX, p. 689) und de Montabert (traite compl. 
de peint.) wurde in der enkaustischen Technik das farbige 
Wachs in ätherischen Oelen vor dem Einbrennen gelöst, was 
Donner (loc. cit. XVIII) bezweifelt, weil die Alten schwerlich 
solche Oele zu gewinnen verstanden; wohl aber mag ein "kleiner 
Zusatz von balsamischem Harz oder etwas fettes Oel nicht 
gefehlt haben. Auch Lucanus, der Zeitgenosse des Nero, 
empfiehlt die Malerei mit natürlichem Balsam als geeignetste 
Manier, um die Kraft und Harmonie des Oeles mit der der 
Farben zu vermählen. Dioscorides, c. 60 p. Chr., zählt eine 
Reihe Oelgattungen auf Sesamöl, Nussöl, Bitterrnandelöl, 
Balsam-, Mohn-, Hanf- und Cicinumöl. (I.  Sein Terpen- 
tinöl ist jenes heute Chioterpentin genannte von Pistacia tere- 
binthus L., Cap. 32 des I. Buches wird auch schon der Vor- 
gang beschrieben, das Oel zu bleichen. Man nimmt vom 
lichteren, stellt es in einem irdenen Gefäss an die Sonne, 
mischt und rührt es tüchtig, bis Schaum sichtbar wird, 
worauf es mit Harzen zu versetzen und im Nothfall wieder an 
die Sonne zu bringen ist. Obwohl nun so genau der Bereitung 
gedacht wird, ergibt sich doch kein Zusammenhang mit irgend- 
welcher Kunsttechnik. Galen (13i-23o p. Chr.) keimt Mittel, 
die Oele zu trocknen, Hanf-, Nuss- und Leinöl. (VII. 12.) 
Wie nun diese Erwähnungen kaum mit eigentlicher Oel-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.