Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282851
ÜBER um Öl 
.MAI 
EREI. 
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nicht haften, nach Andern bloss für Zinnober, um es vor dem 
schädlichen Ausziehen des Tons durch die Sonne zu bewahren. 
Auch weiss dieser Schriftsteller bereits von Firnissen. (VII. 5.) 
Corn. Celsus zur Zeit des Tiberius nennt bereits Trocknen- 
mittel des Oels, plumbum combustum, freilich für medicinische, 
nicht kunsttechnische Zwecke. 
Plinius, die I-Iauptquelle über spätere Kunst der Alten, 
bringt allerdings viel Nachrichten über Verwendungen des 
Oeles. Er spricht von dem des Olivenbaumes, das er mit Recht 
für kein trocknendes hält; von Nussöl (Caryinum) (XV, 7. 
XXIII, 14. 36, 88), von Leinöl, Sesamöl (XXIII, 4, 49), Bal- 
samöl (XIII, I. 2.) Aber diese Oele finden nur in der Medicin 
Anwendung. Nussöl z. B. nennt er cetero iners, man benützte 
also weder dessen natürliche Trocknenkraft, noch wusste man 
wie heute, sie dem Mohn- und Leinöl durch Bleiweiss, Blei- 
glätte etc. zu verleihen, wobei das Linolein durch das Bleioxyd 
theilweise zu Glycerin verseift, Aether frei und durch Aus- 
setzen an die Luft nun an dem oxydhältigen Oele die Oxydation 
eingeleitet wird. (Mulder, Chemie der austrocknendeiu Oele, 
übersetzt von Müller. Berlin, 1867. pag. 170.) Auch Plinius 
XXXIII. 7. gedenkt der Gewohnheit der Römer, Wände, welche 
mit Minium (bei den Alten gleich cinnabar) bemalt werden 
sollen, mit Oel einzutheeren. Im Uebrigen keimt er es als Löse- 
mittel von Harzen für Firniss (resina omnis dissolvitur aleo. 
XIV.  welcher als Ueberzug und Schutz den Bildern 
gegeben wurde (custodiretque a pulvere et sordibus. XXXV. 
36). Die Wirkung der Werke des Apelles wird einem der- 
artigen Firniss von Oel und Harz zugeschrieben, welcher Ge- 
heimniss des Meisters war. Wenigsten erklären so die Meisten 
das atramentum der Stelle, wovon sogleich. Wir sehen also 
von Oelmalerei im Ganzen kein Wort erwähnt; die Farben, 
auf welche Weise immer aufgetragen, wurden nur, um Staub 
und Schmutz abzuhalten, mit einer öligen Schichte, die zugleich 
Glanz verlieh, bedeckt. In demselben Buch c. I0 erfahren wir 
auch, dass unter August in Rom der Gebrauch der Firnisse 
sehr in Aufnahme kam; Donner (loc. cit. XXX und CVII) 
dagegen verwirft sowohl die Ansicht, dass die Alten Wachs 
oder Harze im Oel zu lösen wussten, als, dass Plinius in der
        

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