Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282816
ÜBER 
.EREI  
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lichen ist etc., so begierig die Meister des 16. Jahrhunderts 
darnach griffen, so geringfügig waren diese Vorzüge dem, der 
sie nicht schätzte. 
Nebstdem ist übrigens noch Eins zu beachten. Die An- 
nahme des Vorhandenseins einer sogenannten Oelmalerei bei 
den Griechen ist noch überdies ein Ueber-flüssiges. Als mit 
dem Hinsterben des reinen, höchsten Sinnes selbst bei diesem 
Volke einerseits niedere Richtungen emporzuwuchern begannen, 
andererseits bereits früher, soweit ein gewisses Genre es fordert, 
findet sich ja ohnehin auch auf dem technischen Gebiete eine 
Neuerung. In der alten besten Epoche überwiegt Bildnerei 
in jedem Sinne, sie war die heilige Kunst der archaischen Zeit 
gewesen, sie blieb auch nach Befreiung von der priesterlichen 
Regelung im alleinigen Besitze sozusagen des Rechtes, Götter- 
bilder zu schaffen, die Arbeit des Malers war untergeordnet, 
Decoration, Genre, namentlich die Darstellung des menschlichen 
Lebens im Gegensatze zu Göttergeschichten. Später dann, nach 
allgemeiner Verwirrung dieser organisch schön geordneten Ver- 
hältnisse, als mit dem Erlöschen des feinsten Stylgefühles all' 
das realistische Wesen: Streben nach Illusion, Erreichung der 
Natur u. s. W. Werth erhalten, als die Bedeutung der Malerei 
stieg und dieselbe, nicht mehr dem allgemeinen plastischen 
Charakter der Hellenischen Kunst edeluntergeben, sondern Nach- 
eiferin der Bildnerei geworden  da "erfand" dieses Bedürfniss ja 
ohnehin ein der neuen Tendenz genügendes materielles Mittel und 
setzte die Enkaustik an Stelle der älteren, einfacheren Fresco- 
und Temperatechnik. Den Hellenen ist die Enkaustik in genau 
gleicher Weise, was uns die Oelmalerei, auch sie wird von 
einem realistischen Drang ins Leben gerufen und entsprach 
im milden Klima dem Zweck, tiefere Töne mit wohlvermittelten 
Uebergängen und grössere Dauerhaftigkeit zu erzielen, ebenso 
wie das gleiche Bestreben in unserer Region durch die Oel- 
malerei realisirt wurde. 
Die Gemälde in Pompeji, Herculanutn und Stabiae sind 
theils an, theils in den Häusern auf die Wände gemalt. Ueber 
ihre Technik herrscht seit Erscheinen der Pitture antiche 
d'Ercolan0 e contorni (1757) grosse Meinungsverschiedenheit, 
welche im eigentlichen Verhalte uns hier nicht angeht. Die
        

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