Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282727
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VON DEN FARBEN UNI) KÜNSTEN 
DER RÖMER. 
das in den gedruckten Kunstbüchlein des 16. Jahrhunderts, 
namentlich bei alchymistischen Präparaten eine grosse Rolle 
spielt (KWschul I, XX, 16) ist Steinsalz. Es entspricht dem 
einfachen Salz in obigem Recept. Der Erzfeile endlich c0rre- 
spondirt hier calcanthum. 
Calcanthum ist wie atramentum Kupfersulphat, roth- 
gebranntes Vitriol, das colcothar, vitriol marin der Franzosen, 
von dem d'lncarville berichtet, dass es auch bei den Chinesen 
zum Vergolden gebraucht wird. Es scheint, dass hier fast das- 
selbe Recept, nur mit fremdartigen Namen der Ingredienzien 
gegeben ist. (S. Mittheil. des österr. Museums, 1872, p. 97.) 
XIX. Dirigitur, vergl. Plaut. Curc. 3, 54.  Hier ist von 
Elfenbeinintarsia die Rede, welche in dieser Zeit wohl noch 
nicht sehr häuhg vorkommt. Labarte, arts ind., gibt aus Inven- 
taren der Karolingerzeit übrigens zahlreiche Angaben über 
Elfenbeinwerke, Dolche, Kästen, Stühle, Diptycha, die eingeleg- 
ten Elfenbeinkästchen Horiren erst im 13.-15. Jahrhunderte. 
Statt ornare hat C. carvare, ein unclassisches Wort, aus 
welchem das englische to carve, schnitzen, carved work; Theoph. 
III. 93 lehrt Elfenbeintäfelchen und -Messerhefte zierlich mit 
Figuren zu schnitzen und wie unser I, IX zu vergolden, in 94 
auch das Rothfärben des Beines, doch nichts über eine an Mar- 
queterie erinnernde Technik in diesem Stoffe. Die im Texte 
enthaltene Berufung bezieht sich auf die Mappae clavicula (p. 64), 
der Schlusssatz gehört zu den vorigen Cap. und fehlt in C.; 
plicare hat sich an diese Stelle offenbar aus etymologischen 
Gründen verirrt, indem der Name der Diptycha, der Hauptwerke 
spätclassischer und frühmittelalterlicher Schnitzerkunst in Elfen- 
fein aus 1:15:02: gebildet ist, das dem lateinischen plico gleich- 
steht. Es ist hier nicht an "Falten" gerade zu denken, son- 
dern an die allgemeine bei Diptychen und ähnlichen Elfenbein- 
arbeiten übliche Technik. 
XXI. Siehe Excurs zu XXV und ff, Cenn. 155 und die dort 
gegebenen Hinweise. Eine ähnliche Flüssigkeit ist das Vermail 
bei Watin, p. 144. 
XXII. Paramentuin ist nicht zu erklären. Theoph. III 31. u. 
51 mischt Kupfer mit dem Salz, im Uebrigen ist sein Vorgang 
abweichend und beide heute Werthlos. Die Boraxlösung Endet
        

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