Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282694
ERLAUTERUNGEX. 
157 
VOCHITILIS 
auf zalö; 
 eine einfache 
oder den Kaiser 
Deutung, gegen die sich Beziehungen 
Galienus lächerlich ausnehmen. Ob 
aber das Recept des Heraclius jenes verlorene des Theoph. 
wirklich ersetzt, ist fraglich; dass Kupfer das Glas roth färbt, 
wusste man schon lange. Entweder die vorliegenden Recepte 
für roth und blau sind nicht die verlorenen des Theoph., oder 
wenn doch, so hat man sich zu viel von diesen vorgestellt. 
Von dem Ausbreiten des Fensterglases, welches erst mit dem 
Rohre geblasen x-vird, spricht gleichfalls Theoph. cap. 6, er 
bereitet dazu einen eigenen Streckherd, cap. 3. Beide Berichte 
gleichen sich nicht allein untereinander im Wesentlichen, sondern 
auch der gegenwärtig üblichen Technik. Die Blase wird durch 
Schwingen kugelig gemacht, die UnterHäche mit einem kalten 
Eisen abgesprengt, eine Walze hineingeschoben, dann auch die 
obere Haube entfernt und im Kühlofen durch einen Schnitt 
der Cylinder an der MantelHäche geöffnet und aufgerollt. Wie 
membrun die Fleischfarbe, so bedeutet wohl cerasin das wachs- 
gelbe Glas. 
VIII. Bleiglas, von dem schon in den N. zu I, III die 
Rede war, wurde namentlich in älterer Zeit viel bereitet. Merr. 
p. LXXXIII bemerkt mit Recht, hier sei vom Schwarzloth zum 
Malen der Contouren auf Glasgemälden die Rede, welches 
Theoph. II, I9 erwähnt. Hier erhalten wir eine Anweisung 
Bleiglas zu Gefässeti, Scheiben und allem Möglichen zu blasen 
und aus diesem kann ferner auch Schwarzloth gemacht werden, 
wie in der Klammer sehr ähnlich der Stelle der Theoph. gesagt 
ist. Der griechische Saphir, den Thcoph. mit gehämmertem 
Kupfer und grünem Glas mit Wein oder Urin mahlt, um die 
Glasmalerfarbe zu erhalten, ist eben ein Bleiglas; hierüber s. N. 
zu III. XLIX. 
Unser Bleiglas ist ein weiches, aus Kiesel und Bleioxyd 
geschmolzen, das die Holländer später Jet und die Franzosen 
Rocaille nannten und gebrauchten, um mit diesem Flussmittel 
die Farben am Glase zu befestigen. Ein anderes Bleiglas werden 
wir noch im Judaeum kennen lernen. Ehedem kam Blei im 
Venezianischen und Tiroler Glase vor, wesshalb jenes auch als 
Trocknenmittel für Oele benützt wurde. (Cenn. N. zu cap. 91, 
pag. 166.) Das so erzeugte Glas zeichnet sich durch einen
        

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