Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282557
RUNG 
123 
XII. Es scheint mir sehr wahrscheinlich, dass hier nicht 
eigentlich vom Schneiden, sondern vielmehr wieder vom Ab- 
schleifen der Flächen die Rede ist, wie in X, an dieser Stelle 
jedoch den Krystall, nicht Gemmen betreffend. Denn dass dieser 
gemeint ist und nicht die künstlich gemischte Masse aus ge- 
stossenem Quarz oder mit einem Alkali geschmolzenem Sand 
wie Merr. p. 194 n. meint, geht schon aus den unten zu 
citirenden Stellen bei 'l"heoph. und KWschul. hervor, die bei 
vollkommener Uebereinstimmttng der übrigen Umstände in 
diesem Fall das echte Mineral im Sinne haben. Das Instrument 
in unserer 
nicht näher 
Vorschrift ist eine Art Glätthobel, 
detaillirte Weise das Bleistück in den 
in denn auf 
Ewenschienen 
läuft. Theoph. hat im III. 94 unter dem Titel: de poliendis 
gemmis einen weitläufigen Bericht über Krystall, dessen Schneiden 
und Poliren. Er gilt ihm nach Plinius XXXVII, 2, für ver- 
steinertes, uraltes Eis: glaciemqtie esse certum est: unde et 
nomen Graeci dedere; eine auf das Thales" Satz, dass 
Wasser Grundstoff jedes Dinges sei, basirende Meinung. Die 
etymologische Ableitung, auf die Plin. tlUSpiClI, ist von xpzlo; 
Frost, zpurrafvaa, gefrieren machen. Theoph. polirt mit feuchter 
Ziegelertie und Wasser auf dem YVetzstein, schliesslich auf 
Hirschleder. Für das Scheiden bringt er wieder das Mittel des 
Bocksblutes in Anwendung, dann folgen Angaben über das 
Löcherbohren und Durchsagen. Uebrigens möchte ich nicht für 
die Echtheit des Cap. einstehen. Vergl. die Notiz in KWschul. 
I. 376. „Ein Glas oder Krystall schön hell zu machen. Reibet 
das Glass oder Krystall mit Stucken-Bley, dieses machet sie 
sehr klar, welches zu verwundern ist." Aehnliche Geschichten 
mit Bocks- und auch Gänseblut siehe ausser in N. zu I, IV auch 
nach III, IX-XII, KWschl. I, 246-r49 etc.  Merr. hat den 
Text nicht verstanden: I-Iuic etiam (v. 3) übersetzt sie: and 
loin two boards to it, one on each side, with centre piece of 
ron. Bleiborde mit einem Eisenkern sind zwecklos, das Umge- 
kehrte allein hat Sinn; das Cotnma gehört vor, nicht nach 
mcdium, wodurch dieses sich als Adjectiv zu plumbum darstellt 
und klarer Sinn erzielt wird. Auch die Uebersetzung der Schluss- 
seite ist zu corrigiren: selbe ignorirt cristalli und drückt sich 
aus, als sollte das Schneideinstrument mit Blut bestrichen
        

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