Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282462
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VON DEN FARBEN UND KÜNSTEN DER RÖMER. 
römischen Gefässe des 2. und 3. Jahrhunderts, an denen Bron- 
gniart unzweifelhafte Beweise von Bleiglasur fand, annehmen, 
dass die Poterie des I-Ieraclius solche nicht besitze. Jedenfalls 
wusste ihr Verfertiger, auch wenn sie durch die Beschaffenheit 
des Glasstaubes hervorgerufen worden wäre, nichts von ihrem 
Dasein und Einfluss, denn er schweigt über denselben, während 
jene Recepte des III. Buches, weil sie in einer Zeit entstanden, 
in der, wie wir hören werden, die Anwendung des Bleies eben 
etwas Neues und Epochemachendes war, mit besonderer Betonung 
von derselben sprechen und so einen eigenen Gegensatz hiezu 
bilden. Merkwürdig ist die Uebereinstimmung unserer Recepte 
mit der Schilderung jener Gefässe in Paris bei Brongniart. 
Unser Text rühmt ihren hellen Glanz (I, III), Brongniart nennt 
sie couvertes cYune glacure tout a fait dirferente par son eclat 
vitreux et son epaisseur du lustre des Poteries romaines 
rouges  
Wie die Lampe (bei Brogniart Fig. 61) vom Kupfer den 
grünen Ton hat, so auch zwei Gattungen unserer Gefässe (II, XVIII 
und XXI), alle sind dunkelgrün, blaugrün oder gelbgrün, welche 
Farbe auch bei I-Ieraclius als die hauptsächlichste erscheint. 
Wir finden sie seit alter Zeit auf chinesischen, ägyptischen und 
arabischen Gefässen in derselben Weise durch Kupferasche her- 
gestellt, die unser Text cupellum nennt; sie ist sehr rein, doch 
eine schwache Farbe. Im Zustand des Glühens mit dem Kiesel 
des Thones geschmolzen, also als Silicat, ist sie färbefähig. Die 
Anwendung des Schwefels für Weiss (II, XIX) ist weniger klar. 
Er hat die Eigenschaft in Thon stark einzudringen, Muspratt, 
Chemie IV, 1275. Uebrigens findet er sich fast bei allen Glasu- 
ren heute in Verbindung mit Blei. Theoph. III, CVI, ist eine 
Uebersetzung unseres II, XIX in Prosa mit Hinweisung auf die 
Anordnung des metrischen Receptes im Manuscripte des 
Heraclius. I-Iendrie gibt in der Note dazu, p. 443, ausführliche 
1) Wenn sich in Folge dessen unsere Gefiisse von den Sanmischen be- 
deutend unterscheiden, so thut das der ob. Behauptung natürlich keinen 
Eintrag. Denn die Glasur, bleihäiltig oder nicht, ist. wahrscheinlich auf orien- 
talischen [Cinßuss zurückzuführen, die Fabrikation von "fhongeräth in dieser 
Zeit überhaupt aber, die Fortsetzung der altrötnisehen, und in der Kette 
der Plntxrickelung das nächste Glied nach jenen Samischen der Römer.
        

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