Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282410
ERLÄUTERUNGEN. 
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lichen Reiche ein und schmücken mit den bunten, glasirten 
Fliesen und Ziegeln ihre Bauwerke. Zugleich fertigten die mau- 
rischen Töpfer Platten und Schüsseln in reicher Bemalung, so- 
wie auch, namentlich in den ersten Jahrhunderten, mit schlich- 
tem, undurchsichtig weissem Email, oder ohne Glasur mit 
eingeritztem Ornament. Diese Arbeiten erbeuteten die Italiener 
auf ihren Kriegsfahrten gegen die maurischen Piraten des 
Mittelmeeres und brachten sie in der Vaterstadt als Tropäen 
an den Mauern der Kirchen an, wie das namentlich nach der 
Einnahme Majorcas durch die Pisaner der Fall war, 1115. 
Hier blieben die farbigen Thonplatten aber noch Jahrhunderte 
lang Gegenstände des Anstaunens allein, ehe im 14. Nach- 
ahmungen versucht wurden. (Siehe hierüber Ausführliches bei 
J. Marryat, a history of pottery and porcelain, mediaeval and 
modern. 2. ed. London 1857, p. 10-115.) Vor dem Auftreten 
dieser Einwirkung der Majorca-Beute, Majolica, deren Einfluss 
zugleich durch die Erzeugnisse unterstützt wurde, welche eine 
Colonie aus Spanien vertriebener Mauren in den päpstlichen 
Gebieten fertigte, lassen die Geschichtsbücher der italienischen 
Thonindustrie eine Lücke, eine unausgefüllte Frist, Welche man 
sich in der Weise denkt, wie Vasari etwa zwischen der Antike 
und seinem Cimabue sich ein leeres Chaos vorstellte. Die An- 
gaben im Heracl. aber liefern einiges Material auch für diese 
dunkle Periode. Er erzählt uns im 10. Jahrhunderte von einer 
Töpferei, die offenbar nicht damals erfunden, sondern auch 
bereits älter gewesen sein muss, die aber keineswegs den Lango- 
barden, dem vorher in Italien herrschenden Volke, ureigenthüm- 
lich war, da gertnanische Thongefässe ohne Glasur, bloss mit 
Stein geglättet sind, und jene in-ein Land eintraten, wo sie 
auch Thonarbeiten schon vorfanden. Es war eine gewisse Thä- 
tigkeit auch auf diesem Gebiete aus den bewegten Zeitläufen 
herübergerettet worden und auf dieser beruht  zum Theil, 
was I-Ieraclius von dem Gegenstande Weiss. 
Eben die erwähnten Langobarden bieten uns ja in ihrer 
Kunsttechnik einen nützlichen Anhalt, um zu zeigen, dass auch 
ihnen eine ältere italische Töpferkunst wie dem I-Ieraclius 
überliefert wurde. Ihr Memoratorium de mercedibus Coma- 
cinorum, das etwa zwei Jahrhunderte bereits älter ist als
        

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