Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Heraclius, von den Farben und Künsten der Römer
Person:
Heraclius Ilg, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1281068
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1282227
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DER RÖMER. 
VON DEN FARBEN UND KÜNSTEN 
Oeffnuiugen in das Gefäss gedrängt werde. Vermahle sodann 
sorgsam den Russ und du Wirst ein glänzendes Atramentum 
haben; mische aber Malerleim dazu. Zur Beschleunigung 
des Vorgangs dienen auch weiche Holzkohlen und solche 
von Prirsichkernen mit Leim verrieben. Nicht minder ahmen 
gebrannte Zweige die Eigenschaft des Atramentum nach. Wenn 
aber Zweige, welche von sehr schwarzer Färbung sind, mit sehr 
gutem Wein übergossen werden, nachdem sie verbrannt sind, 
ferner, indem Leim dazu kommt, so werden sie den Schimmer 
des Tageslichtes nachgeamt zeigen. 
LIV. Wie man Purpurfarbe aus verschiedenen Stufen in 
verschiedener Weise macht.  In Wahrheit scheinen zu den 
Werken der Malerei jene Klumpen oder Kiesel erforderlich, 
jene nämlich, die Feuer von sich sprühen, wenn man sie am 
Feuer heiss gemacht hat; dann löscht man sie durch Ueber- 
giessen von sehr scharfem Essig und sie werden eine Purpur- 
farbe geben. Gebranntes Kupfer wird Bleiweiss. Der Oster aber, 
dessen Blut zu einer Purpurfarbe temperirt wird, kommt an 
mehreren Orten vor, vorzüglich auf der Insel Cypern. Wenn 
sie geschnitten und geschlagen sind, geben sie purpurfarbene 
Tropfen von sich, diese sammelt man und bereitet daraus 
Purpurfarbe. Oster wird es aber genannt, weil es aus einer 
Flüssigkeit herkommt, die wegen ihres Salzgehaltes schnell ver- 
dichtet. 
LV. Von Färbungen (Lacken), und wie sie gemacht 
werden aus uersclziedenen Stoßen auf verschiedene Weise.  
Auch macht man Purpurfarben durch Kochen einer rothen 
Wurzel. Auf ähnliche Weise werden andere Farben mit Kräutern 
gemacht. Wenn daher die Maler das Silvaticum (sil atticum) 
nachahmen wollen, so wird das Veilchen getrocknet, mit Wasser 
in einem Gefäisse ans Feuer gestellt, dass es koche. Das Ge- 
kochte pressen sie durch ein Linnen, mahlen es mit Kreide im 
Mörser und machen so eine Silasacetfarbe (sie). Auf gleiche 
Art machen sie ein prächtiges Purpur, indem sie Vaccinium 
mit Milch mischen; sowie das Kraut, Welches Litea heisst, einen 
blauen Saft liefert, und sie benützen es zu einem sehr starken 
Grün. Diese nennt man Färbungen, weil sie gebraucht werden, 
wenn die einfache Farbe nicht genügt. Desgleichen verstärken
        

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