Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400127
früher hervorgehoben haben, und worin Rafael so bewunde- 
rungswürdig erscheint. Kurz: wer eine einzige Figur des Michel 
Angelo sieht, der hat sie alle gesehen. Ausserdem muss noch 
bemerkt werden, dass Michel Angelo die gesuchteste und ge- 
waltigste Form des Nackten, Rafael hingegen die gewinnendste 
und anmuthigste sich gewählt hat. Es haben daher auch Manche 
Michel Angelo mit Dante und Rafael mit Petrarca verglichen. 
Fab. Versucht es nicht, mich in sogenannte Vergleiche 
ZU 
verwickeln 
obwohl 
sie 
eigentlich 
ZU 
meinen 
Gunsten 
sprechen; 
denn 
bei 
Dante 
findet 
Kern 
man 
und 
Gelehrsamkeit, 
während 
Petrarca 
nur 
Eleganz 
des 
Styles 
und 
poetischen 
Schmuck 
bietet. 
Das 
erinnert 
mich 
21H 
einen 
Minoritennlönch, 
der 
VOI" 
vielen 
J ahren_ 
in 
Venedig 
Predigte 
und 
mitunter 
diese 
zwei Dichter 
citirend, 
die Gewohnheit 
hatte, 
Dante 
den "Herrn 
September", und Petrarca den "Herrn Mai" zu nennen, 
durch er auf die beiden verschiedenen Jahreszeiten, die 
wo- 
eine 
reich an Früchten, die andere blumengeschmückt anspielen 
wollte. Stellt Euch doch eine nackte Studie des Michel Angelo, 
und eine andere des Rafael vor die Augen hin, und nachdem 
Ihr 
diese 
und 
Jene 
recht 
aufmerksam 
betrachtet, 
entschliesst 
Euch dann zu bestimmen, welche von ihnen die vollkommenere sei. 
Aret. 
Ich 
Wiederhole, 
dass 
Rafael 
iede 
Art 
des 
Nackten 
in 
seiner 
Gewalt 
hatte , 
und 
dass 
Michel 
Angelo 
H LI l" 
einer 
Art 
desselben 
excellirte; 
ferner, 
dass 
die 
Nuditätcn 
des 
Rafael 
auch 
noch 
den 
Vorzug 
haben, 
dass 
sie 
anziehender 
sind. 
Ich 
unterzeichne nicht was 
nämlich Michel Angelo 
einst ein geistreicher Kopf sagte, dass 
Lastträger, Rafael aber Edelleute male; 
Rafael 
ausser 
denn 
auch, 
wie ich schon bemerkte, 
Anmuth, das Gewaltige, 
hat, 
der 
alle Richtungen, so 
und selbst das Ge- 
suchte, 
WCDI] 
Letzteres 
auch 
moderirteren 
und 
sanfteren 
Wendungen vertreten. Er liebte naturgemäss die feine Form, 
und das Zarte, weil er selbst in seinem Benehmen und in seinen
        

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