Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400055
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Fab. 
Das 
HCHHt 
man 
Aloe 
mit 
feinem 
Zucker 
bestreuen. 
Aret. 
Ich 
sage 
durchaus 
nicht 
Unwahres. 
Es 
bleibt 
übrigens dem Maler Llnbcnomrnen, des Scherzes halber, mit- 
unter auch Aehnliches hervorzubringen, so gut wie einige Dich- 
des 
Alterthums , 
llITl 
Mäcenas 
bei 
dessen 
Gartenfesten 
Zll 
unterhalten, 
ausgelassene 
Scherze 
auf 
die 
Figur 
des 
Priarnus 
zum Besten 
gaben. 
Aber 
öffentlich, 
und 
vor Allem, 
an 
geweih- 
Stätten , 
und 
bei 
heiligen 
Gegenständen , 
ITIUSS 
man 
auf 
Züchtigkeit 
halten. 
Es 
wäre 
für 
diese 
Gestalten 
des 
Michel 
Angelo viel besser, wenn sie mehr Schamhaftigkeit zeigend, 
sogar weniger vollendet in der Zeichnung sein würden, als dass 
sie, wie es jetzt der Fall ist, ebenso vollendet als schamlos 
sind. Rafael hat in allen seinen Schöpfungen dieses Princip 
der 
Sittlichkeit 
immer 
beobachtet, 
und 
obwohl 
im 
Allge- 
henfolge aus 20, nach P. Aretino aus 16 Blättern. Das einzig vollständige 
Exemplar besitzt die Sammlung Corsini in Rom, alle übrigen scheinen bis 
auf einzelne Fragmente, welche einst Mariette besass, und ein einzelnes Blatt 
in Wien zerstört. Dolce in seinem Dialogo p. 238 sagt, dass Marc Antonio 
diese Compositionen ohne Wissen des Giulio Romano in Kupfer gestochen 
habe, und Vasari berichtet, dass Pietro Aretino die Sonette dazu verfasst; 
sodann wie der Kupferstecher desswegen festgesetzt wurde und nur durch 
Verwendung des Cardinals Hyppolito de' Medici und des Baccio Bandinelli 
wieder die Freiheit erlangt habe. Folgendes schrieb Pietro Aretino am 19. De- 
cember 1537 selbst darüber an Battista Zanetti da Brescia Cittadino Romano: 
„Da poi ch'io otenni da Papa Clemente  nicht Leo X., wie Dolce schreibt 
 la libertä di Marc' Antonio Bolognese, il quale era in prigione per havere 
intagliato in ramei XVI modi etc. mi venne volonta di veder" le figure 
cagione che le querele Gibertine (Gio. Matteo Giberti, damals päpstlicher 
Kanzleipräsident, später Bischof von Verona) esclamavano; che il buon" ver- 
tuoso si crociliggesse: e vistele, fui tocco da lo spirto, che mosse Giulio 
Romano a disegnarle etc." Er entschuldigt dann die lasciven Darstellungen, 
wenn sie geistreich und humoristisch, wie diese, behandelt seien. Allein wie 
kann man sich auf die Aussage des Pietro Aretino verlassen, der voll Lug 
und Trug war. Dass durch seine Vermittlung Marc Anton befreit worden sei, 
ist auch im höchsten Grade unwahrscheinlich".  Die "XVII Sonetti lus- 
suriosi di Pietro Aretino" erschienen um 1527, und gehören in dieser Aus- 
gabe zu den grössten Seltenheiten. S. Mazzuchelli l. c. p. 274.
        

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