Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399961
der Fleischtöne und die Eigenart der verschiedenen Nebendinge 
richtig wiedergibt, wie sie in Wirklichkeit sind, seine Gestalten 
wie lebendig aussehen, so, als wenn denselben nur der Athem- 
zug fehlte. Das Hauptrnoment des Colorirens besteht in dem 
Contraste zwischen Licht und Schatten, und dass man ein 
Mittel finde, das die Gegensätze verbindet, die Gestalten rund, 
und je nach Bedarf mehr oder weniger von einander getrennt 
erscheinen lässt; da man hauptsächlich zu verhüten hat, dass 
beim Vertheilen der Figuren dieselben den Eindruck der Ver- 
wirrung hervorbringen. Aus diesem Grunde ist es auch noth- 
wendig, dass man eine sehr genaue Kenntniss der Perspective 
habe, um die Verkleinerung der Gegenstände, welche sich ent- 
fernen oder fernstehend gedacht werden, zur Anschauung zu 
Vor Allem ist aber immer wieder auf das Colorit und 
weichen Ton des Fleisches Rücksicht zu nehmen; denn 
bringen. 
auf den 
gar Viele malen ein Fleisch, das an Farbe und Härte wie Por- 
phyr aussieht: hier allzu starke Schatten, die oft bis zum voll- 
ständigen Schwarz ausarten; dort wieder zu licht, und ein 
anderes Mal zu röthliche Schatten. Was mich betrifft, so würde 
ich 
eher 
eine 
mehr 
braune, 
als 
eine 
übertrieben 
lichte 
Farbe 
vorziehen, und aus meinen Bildern für gewöhnlich jene pur- 
purrothe Wangen mit Lippen wie Corall bannen, die den Ge- 
sichtern das Aussehen von Masken verleihen. Wir wissen, dass 
Apelles das Braun oft anwendete, was Properz seiner Cinthia 
gegenüber, die sich färbte, sagen lässt: er wünschte, dass sie 
jene Einfachheit und Natürlichkeit der Farbe beobachtete, die 
man in den Gemälden des Apelles begegnet. Dabei muss man 
diese 
Tinten 
variiren 
und 
zugleich 
auf 
die 
Verschiedenheit 
des 
Geschlechtes, 
des Alters und der 
Verhältnisse Rücksicht nehmen. 
Des 
Geschlechtes, 
weil 
im 
Allgemeinen 
dem 
Fleische 
eines 
Mädchens 
ein 
anderer 
Farbenton, 
als 
dem 
eines Jünglings 
ent- 
Spricht; 
des Alters, 
weil 
ein 
Greis 
und 
ein Jüngling 
eine eigene
        

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