Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399923
soll 
der 
Wind 
mit 
Naturtreue 
dieselben 
anwehen. 
Das 
sind 
lauter 
wichtige 
Momente, 
die 
Yllll" 
den 
Geist 
Beschränk- 
der 
ICH 
keinen 
F ab. 
Eingang finden. 
Wer diese Regeln 
vernachlässigt , 
der 
lasse 
lieber 
das 
Malen 
ganz 
bei 
Seite. 
Aret. 
Es 
tritt 
auch 
der 
Fall 
ein a 
dass 
sowohl 
ganze 
Figuren oder auch nur einzelne Partien derselben in Kürzung 
gegeben werden; ein Vorgehen übrigens, das nur mit grossem 
Verständnisse und in sehr discreter Weise angewendet werden 
soll. 
Nach 
meiner 
Ansicht 
Wären 
solche 
Kürzungen 
HUT 
selten 
anzuwenden, 
weil 
selbe, 
j e seltener 
über 
um SO 
sie vorkommen 
raschender 
wirken ; 
besonders 
dort, 
WO 
der 
Maler 
wegen 
des 
Raumes 
beschränkten 
sich 
Kürzungen 
der 
Zll 
bedienen gezwun- 
gen ist, um in einem solchen Raume grössere Gestalten vor- 
bringen zu können. Indessen darf er mitunter auch Kürzungen 
anwenden, nur um zu beweisen, dass er sie eben zu behandeln 
versteht. 
Fab. 
Es 
ist 
mir 
gesagl 
worden, 
dass 
Kürzungen 
ZU 
den 
allergrössten Schwierigkeiten der Malerkunst gehören; und so 
hätte ich geglaubt, dass Derjenige, der sie am Häufigsten vor- 
bringt, ein um so grösseres Lob verdienen würde. 
Aret. Wisset, dass der Maler nicht blos für eine einzelne 
Richtung, sondern in Betreff aller, die auf Malerei überhaupt 
sich beziehen, und die vor allem das Gefallen erhöhen, nach 
Lob streben muss. Gefällt der Maler nicht, so bleibt er ruhm- 
los 
und 
unbekannt. 
Darunter 
meine 
ich 
keineswegs 
Dasjenigß, 
was die Augen der alltäglichen Menge oder auch selbst  gleich 
beim ersten Anblicke  jene der Kenner angenehm befriedigt, 
sondern das, was Jedermann um so mehr gefällt, je öfter es 
besehen wird; wie dies auch bei gediegenen Dichtungen zu 
geschehen pflegt, welche in demrVerhältnisse immer mehr ge- 
fallen, als man sie oft liest, und welche im Geiste des Lesers 
die Sehnsucht erwecken, das schon einmal Gelesene neuerdings
        

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