Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399907
Posen, und alle anderen Dinge am menschlichen Körper man- 
nigfaltig gestalterl in Anbetracht dessen, dass das merkwür- 
cligste 
Wunder 
311 
der 
Natur 
eben 
darin 
besteht , 
dass 
unter 
tausend Menschen 
sich kaum 
zwei oder 
drei 
vorßnden, 
die 
sich 
ähnlich 
sehen; 
während 
im Gegentheile 
unter ihnen 
die 
grösste 
Verschiedenheit 
vorherrscht. 
Fab. 
Ganz 
gewiss 
kann 
III 3. D. 
VOfl 
einem Maler, 
der 
keine 
Mannigfaltigkeit 
besitzt, 
sagen, 
dass 
Nichts 
an 
ihm 
ist; 
W218 
in gleichem Masse gilt. 
sich vor Uebertreibung 
übrigens auch hinsichtlich des Dichters 
Aret. Indessen hat man auch hier 
Z L1 
hüten. 
Es 
gibt 
nämlich 
Künstler, 
welche, 
WCIIH 
sie 
einen 
Jüngüng 
gemalt 
haben, 
ihm 
einen 
Greis 
oder 
ein Kind, 
SO 
gilt 
wie 
ein 
junges 
Mädchen 
einer 
Greisin 
ZLII" 
Seite 
stellen. 
Eben- 
werden 
diese 
Leute 
neben 
einem 
Gesicht 
im 
Profil 
ein 
anderes 
face 
oder 
dreiviertel 
Profil 
malen. 
Fab. 
Ich 
verstehe 
nicht, 
WHS 
"C11 
faceu 
und 
was 
viertel 
Profile; 
sei. 
Aret. Die Maler sagen, ein Gesicht sei 
wenn das ganze Gesicht, ohne dass es nach 
en face gemalt, 
der einen oder 
nach 
der 
anderen Seite 
gewendet erscheine, 
dargestellt 
ist; 
und 
dreiviertel 
Profil, 
WCIIII 
das 
Gesicht 
in 
einer 
Weise 
gewendet 
iSta 
dass 
der 
Zuschauer 
an 
demselben 
ein 
Auge 
ganz, 
das 
andere 
aber 
HUT 
zur Hälfte 
sieht. 
Doch 
das 
sind leicht 
begreif- 
liche 
Dinge. 
Fab. 
Die 
ich 
jedoch 
nicht 
WIlSStC. 
Aret. 
Wenn 
dann 
dieselben 
Leute 
einen 
Menschen , 
der 
Rücken 
den 
zeigt, 
gemalt 
haben, 
SO 
fügen sie 
ihm 
gleich 
einen 
zweiten 
bei: 
der 
die 
Brust 
sehen 
lässt, 
und 
SO 
fort 
in 
dieser 
Weise. 
will 
Ich 
weiters 
diese Mannigfaltigkeit nicht ohne 
tadeln, 
sondern 
feststellen , 
dass, 
nachdem 
C5 
Aufgabe 
des 
Malers 
iSt2 
mit 
86' 
aus 
die Natur nachzuahmen, die Mannigfaltigkeit selbst nicht 
Affectation gesucht, sondern wie von ungefähr zu Stande 
bracht erscheinen muss. Darum soll er hie und da auch
        

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