Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399875
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Richtungen 
geschehen : 
indem 
man 
ihn 
stark 
an 
Muskeln 
oder 
mehr 
ZEIITCI" 
Natur 
darstellt , 
welche 
Zartheit 
man 
bei 
Malern 
Weichheit nennt. Auch hier ist es angezeigt, dieselbe Ange- 
messenheit zu beobachten, die bei der Erfindung empfohlen 
worden ist. Gedenkt nämlich der Maler einen Samson vorzu- 
führen, 
SO 
darf 
ihm 
nicht 
das 
Zarte 
und 
Sanfte 
eines 
nymed verleihen; sowie er bei Darstellung eines Ganymed, dem- 
selben nicht die Nerven und die Kraft eines Samsön zu erthei- 
len hat. Malt er ein Kind, so muss er ihm aus gleichem 
Grunde Kindergliedmassen geben, sowie er einen Greis nicht 
einem Jünglinge ähnlich, einen Jüngling nicht einem kleinen 
Kinde gleichsehend machen darf. Das Nämliche gilt auch be- 
züglich der Frauen, bei welchen man ebenfalls die verschiede- 
nen Altersstufen unterscheiden, und die jeder Einzelnen zukom- 
menden Eigenthümlichkeiten berücksichtigen muss. Und nicht 
blos durch die Eigenart verschiedener Figuren wird der Un- 
terschied in der Gestaltung bedingt; denn auch eine und die- 
selbe Person pHegt gewöhnlich, je nach Umständen, sich anders 
zu geben. So muss man Cäsar anders als Consul, und anders 
als Feldherr oder Kaiser darstellen; so gut wie der Maler, der 
Herkules zu malen hat, sich denselben anders im Kampfe mit 
Antaeus, anders wenn er den Atlas trägt, anders wenn er Deja- 
nira liebkost, und anders endlich, wenn er seinen Hylas auf- 
suchen geht, denkt; und doch sollen alle diese Handlungen, alle 
diese Stellungen immer den angemessenen Charakter des Herkules 
und 
des Cäsar 
an sich 
tragen. 
Sogar 
bei 
einem 
und 
demselben 
Körper soll man wohl bestrebt sein, consequent zu bleiben, damit 
nicht vielleicht ein Körpertheil Heischig, der andere mager, ein 
Körpertheil muskulös, der andere zart ausfalle. Auch ist nicht zu 
übersehen, dass, wenn eine Figur als in einer Action begriffen 
dargestellt wird, die irgendwie 
dass sie eine Last trage oder 
mit Mühe verbunden ist, sei es 
einen Arm oder einen anderen 
Theil 
des 
Körpers 
bewege, 
eben 
jenem 
Theile, 
der 
durch
        

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