Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399868
wird 
auch 
mit 
sicherer 
Hand 
viele 
Fehler 
der 
Natur 
selbst 
berichtigen können, und wird seinen Gebilden Reiz und Werth 
für die ganze Welt verleihen; denn die Antike schliesst in sich 
die höchste Vollendung der Kunst, und kann als Vorbild jeg- 
licher 
Art 
VOH 
Schönheit 
dienen. 
Fab. 
Es 
erscheint 
vollauf 
begründet, 
dass 
die 
alten 
Griechen 
und 
Lateiner , 
welche 
den 
Vorrang 
in 
der 
Literatur 
behaupteten, 
das heisst in 
denselben Vorrang auch in den schönen Künsten, 
der Malerei und in der Bildhauerei, welche am 
erreichten. 
Nächsten dem Werthe der schönen Literatur kommen, 
Aret. 
Nachdem 
also 
das 
Ebenmaass 
die 
Hauptgrundlage 
des Zeichnens 
ist: 
SO 
wird Derjenige 
der 
grösste Meister heissen 
müssen , 
welcher 
Jenes 
3IT1 
Besten 
vertritt. 
Um 
nun 
einen 
vollendeten Körper zu zeichnen, genügt nicht blos die gewöhn- 
liche Nachahmung der Natur, sowie die Nachbildung der An- 
tiken; sondern es ist auch unbedingt nothwendig zu wissen, 
dass diese Nachahmung und Nachbildung mit feinem Verständ- 
nisse 
ZU 
erfolgen 
hat 2 
damit 
wir 
nicht 
das 
Schlechte 
nach- 
ahmen 
in 
der 
Meinung, 
dass 
das 
Gute 
sei. 
So 
passirte 
CS 
manchen Malern, 
die 
cla 
bemerkten, 
wie 
die 
alten 
Künstler ihre 
Figuren 
Weise, 
dieselbe 
meistens zart und fein gestalteten, dass sie sich diese 
die an und für sich gut war, derart aneigneten, dass 
bei ihnen zu einen Fehler ausartete. Andere wieder 
verlegten sich darauf, den Köpfen besonders bei Frauenbildern 
einen langen Hals anzufügen, weil sie gesehen hatten, dass die 
römischen Frauengestalten in der Antike grösstentheils einen 
langen 
sie die 
Hals hatten, da kurze Hälse ohne Grazie sind; aber da 
Sache übertrieben, so wurde bei ihnen das, was anzie- 
hend 
sein 
sollte, 
das 
Gegentheil. 
Fab. Das sind allerdings sehr nützliche Fingerzeige. 
Aret. Zunächst haben wir den Menschen nach zwei 
sichtspunkten 
ZU 
betrachten 
und 
Zwar I 
entweder 
nackt 
oder 
bekleidet. 
Will 
ITIRTI 
ihn 
nackt 
bilden , 
SO 
kann 
dies 
zwei
        

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