Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399790
er wenigstens, wie ich bereits andeutete, sich mit der Geschichte 
und mit einigen Dingen der Poesie bekannt machen, und pflege 
den Umgang mit Dichtern. Sodann möchte ich dem Maler rathen, 
dass er, wenn er die ersten Ideen, die ein Gegenstand in seiner 
Phantasie wach rief, skizzirt, sich nicht mit einer einzigen 
solchen Skizze begnüge, sondern mehrere derselben entwerfe, 
um dann darunter jene zu wählen, welche sowohl in der Tota- 
lität, als auch in den einzelnen Theilen, als die gelungenste 
erscheint. S0 pflegte es Rafael zu machen, der so reich an Er- 
Hndungsgabe war, dass er von jeder Composition immer vier 
oder fünf verschiedene Skizzen, die alle durchgehens schön 
und anmuthig waren, entwarf. Vor Allem 
davor hüten, in den Fehler Derjenigen zu 
möge sich der Maler 
verfallen, die, nach- 
dem sie 
eine 
hübsche Vase 
ZU 
machen 
begonnen, 
damit 
enden, 
dieselbe schliesslich zu einem Suppentopf oder sonst einem 
werthlosen Gebilde zu gestalten; was ich hier darum ausdrück- 
lich hervorhebe, weil es gar oft vorkommt, dass der Maler 
irgend welche treffliche Idee gefasst hat, die er dann aus Mangel 
an Talent oder Kraft nicht auszuführen vermag. Dann soll 1er 
sie lieber ganz bei Seite lassen, und eine andere, deren befrie- 
digende Ausführung in seinen Kräften liegt, aufnehmen, auf 
dass er nicht gezwungen sei, etwas zu bieten, das nach seiner 
Intention 
anders 
hätte 
ausfallen 
sollen. 
Fab. 
Dasselbe 
begegnet 
auch 
LIHS 
Anderen , 
die 
wir 
oft 
Armuth 
wegen 
an Ausdrücken 
genöthigt 
Werden, 
etwas 
nieder 
zuschreiben, 
Sinne lag. 
(1357 
SO 
wie 
CS 
sich 
 
gar 
nicht 
UÜSGTCII] 
Aret. Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass die Er- 
Endung aus zwei Quellen fliesst: aus der Geschichte und aus 
dem 
Geiste 
des 
Malers. 
Die 
Geschichte 
liefert 
ihm 
einfach 
HUT 
das Materielle, Während der Geist nebst der Anordnung und 
der Angemessenheit auch die Stellungen, die Mannigfaltigkeiten, 
und so zu sagen den Ausdruck der Figuren bestimmt, was 
Quellenschriften I". Kunstgeschichte etc. II. 4
        

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