Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399737
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nicht 
rückwärts 
W215 
im 
Vordergrunde 
stehen 
soll, 
und 
ordne 
die 
Dinge 
auf 
das Genaueste 
SO 
wie 
CS 
in Wirklichkeit 
der 
Fall 
gewesen sein muss. 
Fab. Dasselbe lehrt 
auch 
Aristoteles 
seiner 
Poetik 
den 
Tragöclien- und COITIÖÖiCDSChFifISICHEIH. 
Aret. Betrachten wir Timantes, einen 
der 
gerührnten 
Maler des Altcrthums. Er hat Iphigenie, die Tochter Agame- 
mnons und die Heldin der schönen Tragödie des Euripides, 
welche von Dolce  übersetzt, vor einigen Jahren hier in Venedig 
aufgeführt wurde, in dem Augenblicke gemalt, da sie vor dem 
Altare, als der Diana geweihtes Opfer den Todesstreich erwartet. 
Da nun der Künstler auf den Gesichtszügen der Zuschauer alle 
Abstufungen 
durfte einen 
des Schmerzes ausgedrückt hatte und kaum hoffen 
noch höheren Schmerzausdruck im Antlitze des 
trauernden Vaters 
zum Vorschein 
bringen 
ZU 
können, 
SO 
stellte 
er ihn so 
mit dem 
dar, dass er sich das Gesicht 
Saum des Kleides verhüllt. 
mit einem Linnen, oder 
Hier hat Timantes die 
Angemessenheit auch dadurch beobachtet, dass bei Agamemluon 
anzunehmen war, er könne als der Vater es nicht ertragen, die 
Tochter unter seinen Augen abschlachten zu sehen. 
Fab. Das war in Wirklichkeit ein vortreffiicher 
Einfall. 
Aret. 
Auch 
Parrhasius, 
ebenfalls ein 
gefeierter Maler der- 
selben Zeitepoche, malte zwei Figuren, von welchen die eine 
den Sieg bestreitend, wie im Schweisse gebadet aussah, während 
die zweite die Wallen ablegte, und tiefAthem zu holen schien. 
Diese zwei Beispiele von Malern des Alterthums zeigen, von 
welcher Wichtigkeit für die Malerei die Erlindung sei; denn 
sie ist die Quelle oder doch die Begleiterin aller anderen Vore 
züge der Zeichnung. Ich werde später nicht ermangeln, hiefür 
 Die Uebersetzung der lphigenie des Euripides durch L. Dolce er- 
schien zum CFSICIIDIEIIC 1551 bei Giolito in Druck. Sie erlebte fünf AuHagen. 
im Jahre 1543 erschien die Uebersetzung der Hekuba, x557 die der Medea, 
1566 die der Jokaste.
        

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