Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399722
ZIJITI 
Vergleiche 
zwischen 
Rafael 
und 
Michcl 
An gelo 
gelangen 
werde. 
Fab. 
Gerne 
möchte 
ich 
lieber 
Freund , 
dass 
Ihr 
nicht 
blos 
die 
CXtFClTlEI] 
Mängel 2 
welche 
ohnehin 
die 
Idioten 
ZL1 
verfallen 
im 
Stande 
sind, 
berührtct , 
sondern 
auch 
jene 
Schwächen 
beleuchten 
würdet, 
die 
sich 
oft 
selbst Kunstgrössen 
Schulden 
kommen 
lassen. 
Aret. Ich will es 
brecht Dürer ein Idiot 
thun. Doch glaubt Ihr etwa, dass A1- 
gewesen sei? Er war ein vorzüglicher 
Maler, 
besonders 
der 
Erfindung bewunderungswürdig. 
Wäre 
Cf 
Italien 
und 
nicht 
Deutschland 
geboren, 
WO 
man 
ZU 
verschiedenen 
Zeitläufen 
hervorragende 
Talente, 
sowohl 
der 
Literatur 
als 
auch 
mancherlei Kunstzweigen 
auftauchen 
sah, 
wo aber gerade die Malerkunst nie zur Vollkommenheit sich 
emporschwang, bin ich überzeugt, dass er ein keinem Anderen 
nachstehender Künstler geworden wäre. Beweis dafür die That- 
sache, die ich Euch vcrbürgen kann, dass Rafael selbst kein 
Bedenken hatte, Albrechts Zeichnungen, die er sehr lobte, in 
seinem Arbeitszimmer aufzuhängen; hätte derselbe auch kein 
anderes Verdienst als jenes des Gravirens gehabt, so würden 
um ihn unsterblich zu machen seine Kupferstiche genügen, die 
mit 
unvergleichlicher 
Zartheit 
die 
Wahrheit 
und 
die 
Lebhaftig- 
keit 
des 
Natürlichen 
derart 
wiedergeben , 
dass 
diese 
Arbeiten 
nicht gezeichnet, 
sondern 
gemalt, 
nicht gemalt, 
sondern lebendig 
sein 
scheinen. 
Fab. 
Ich 
habe 
einige 
seiner 
Stiche 
gesehen , 
Weh 
dieser 
Beziehqng 
mich 
wirklich 
überraschten. 
Aret. 
S0 
viel 
W38 
die 
Angemessenheit 
betritft. 
Hinsicht- 
lich 
der 
Anordnung 
hat 
der 
Maler 
partienweise 
Alles, 
XVklS 
auf 
den zu malenden Gegenstand sich bezieht, so zweckmässig zu 
sammeln, dass er den Beschauer glauben lasse, die Sache selbst 
könnte nicht anders beschaffen sein, als sie eben dargestellt er- 
scheint. So stelle er nicht in den Vordergrund was rückwärts,
        

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