Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399689
goldverziertem Serpentinstein ausgefüllt sind. Aehnliches be- 
haupte ich hinsichtlich der Klöster und Kirchen. Daher haben 
die von mir schon erwähnten Päpste nicht ohne Grund, die 
Gemächer des päpstlichen Palastes von Rafael, und die Kapellen 
des 
heiligen 
Peter 
und 
des 
heiligen 
Paul 
VOI] 
Michel 
Angelo 
malen 
lassen; 
sowie 
LIDSCYB 
durchlauchtigste 
Signoria 
den 
Saal 
des grossen Rathes von verschiedenen mehr und minder tüch- 
tigen Künstlern, je nach der Unreife jener Zeit, die noch nicht 
zum Vollkornmenen in dieser Kunst gelangt war, malen liess. 
Ebenso liess 
Bilder auch 
sie daselbst zwei 
von Tizian 
ausführen; 
und 
wollte 
Gott, 
dass 
Alles 
dort 
VOH 
dieser 
Hand 
gemacht 
worden 
wäre! 
dann 
würde 
vielleicht 
dieser 
Saal 
heutzutage 
eines 
der 
schönsten 
und 
erhebendsten 
Schauspiele 
bieten, 
die 
man in ganz Italien zu sehen bekäme. Viel früher noch liess 
sie das Aeussere des sogenannten „Fondaco de' Tedeschi" von 
Giorgio de' Castelfranco 1), und was den gegen die Merceria zu 
gewendeten Theil betrifft, von Tizian selbst, welcher damals 
noch 
ein 
Jüngüng 
War: 
malen. 
Ich 
werde 
später 
noch 
Einiges 
darüber sagen; für jetzt genügt es 
den barbarischen Gewohnheiten der 
zu constatiren, dass unter 
Ungläubigen wohl die die 
schlimmste 
iSt 1 
dass 
sie 
das 
Herstellen 
VOR 
Bildnissen , 
sei 
C5 
dem 
1) Der Fondaco de" Tedeschi 
Entwurfe Fra Giocondds und dem 
Brande von 1504 
Girolamo Tedesco 
, nach dem 
Modelle des 
nach 
1506 
neu aufgebaut, wurde von Giorgione- oder wie er im venetianischen Dialecte 
hiess, "Mistro Zorzi da Chaselfrancbo"  auf der Seite gegen den Canal 
hin mit Fresken verziert; Tizian malte die Seite gegen die Merceria. Die 
Arbeiten beider Künstler fallen in das Jahr 1508. Ein Thcil der Fresken 
existirte noch am Ende des verflossenen Jahrhunderts, wenn auch zerstört, 
wie wir aus A. Zanetti's „Varie Pitture" sehen. Heut zu Tage sind nur 
wenige Fragmente vorhanden, die kaum mehr ein Urtheil gestatten (s. Burk- 
hardt Cicerone I. 2. Aufl. p. 294). In den älteren Werken von Sansovino 
Ven. descxn, Ridolfi, Boschini u. s. f. Enden die Fresken Giorgionds und 
Ti2ian's eingehende Würdigung. Ueber Giorgi0ne's Fresken s. insbesondere 
Crowe-Cavalcaselle l. c. II. 142-143.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.