Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399664
und tüchtigen Menschen begeistern als0,1wie ich sagte, die 
Anderen zu gleich tugendhaften und ausgezeichneten Hand- 
lungen. Aber auch abseits vom Gebiete der Religion, bringt 
die 
Malerkunst 
den 
Fürsten 
und 
Heerführern 
grossen 
Nutzen, 
indem sie 
ihnen 
im Vorhinein 
schon, 
das 
heisst 
noch 
bevor 
sie 
und 
ihre 
Iieere 
sich 
ZUID 
Eroberungskampfe 
rüsten, 
die 
Lage 
der 
Orte 
und 
Städte 
verzeichnet. 
So 
kann 
man 
denn 
behaup- 
118111 
dass 
nur 
die 
Hand 
des 
Malers 
ihr 
eigentlicher 
Führer 
Sei, 
Weil 
das Zeichnen 
etwas 
dem 
Maler 
eigenthürnliches 
ist. 
Eben- 
falls 
auf 
das 
Gebiet 
der 
Malerei 
gehören 
die 
Seekarten ; 
sowie 
nicht 
minder 
alle 
Kunstfertigkeiten Ursprung und 
mechanischen 
Form 
VOI] 
ihr 
ableiten; 
denn 
Architekten, 
Maurer, 
Graveure, 
Goldarbeiter, 
Sticker, 
Tischler 
und 
selbst 
Schlosser , 
sie 
alle 
sind 
auf 
das Zeichnen, 
das 
wie gesagt dem Maler zukommt, 
gewiesen 1). 
Fab. Das Alles 
lässt sich 
nicht leugnen; 
Weil, 
sobald 
man 
VOH 
etwas 
andeuten 
will, 
dass 
schön 
iStv 
gesagt 
wird, 
dass 
Zeichnung 
hat. 
Aret. 
Was 
das 
Vergnügen 
anbelangt, 
SO 
lässt 
sich 
das- 
selbe 
schon aus 
dem bisher Gesagten 
nachweisen. 
Dennoch 
will 
ich 
hinzusetzen, 
dass 
kaum 
noch 
etwas 
gibt: 
WHS 
SO 
anzie- 
hend ist, 
und das Auge so angenehm befriedigt, 
wie die Malerei; 
nicht 
einmal 
die Edelsteine oder 
Gold. 
das 
Beides 
gewinnt viel- 
mehr an höherem Werth, sobald es irgend welche Gravirung, 
oder irgend welche Arbeit eines künstlerischen Meisters auf- 
weist; seien es nun Menschengestalten, Thiere oder irgend 
CtWüS 
anderes, 
das 
Zeichnung 
und 
Almmuth 
verräth. 
Und 
das 
gefällt 
nicht 
blos 
den 
Kennern , 
sondern 
selbst 
dem 
gewöhn- 
1) Die Bedeutung für alle Zweige der bildenden Künste, Welche hier 
dem Zeichnen beigelegt wird, ist für die Renaissanceperiode charakteristisch; 
nicht minder bezeichnend ist es, dass eine Reihe von Kunsthandwerken, die 
in Venedig besonders geblüht haben, 
das Fundament ihrer Kunstübung. 
auf das 
Zeichnen 
gewiesen 
werde,
        

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