Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399618
VOH 
tausend 
Scudi 
für 
ein 
einziges 
Porträt 
Zll 
Th eil 
wurden, 
das er von ihm in Bologna malte. Selbst Alfons, Herzog 
Ferrara 1), erwies sich als warmer Gönner der Malerei, und 
seinerseits demselben Tizian dreihundert Scudi für sein 
von 
gäb 
von 
ihm 
Bild 
verfertigtes Bild, 
zu sehen bekam, 
das später von Michel Angelo, der das 
mit den Worten hochgepriesen wurde: 
Er habe nie geglaubt, dass die Kunst eine solche Vollkommen- 
heit erreichen könne, und dass Tizian allein den Namen eines 
Malers 
Wahrheit 
verdiene. 
Fa b. Ganz gewiss ist die Kunstgrösse dieses Mannes eine 
so bedeutende, dass, wenn der Kaiser und der Herzog von Fer- 
rara ihm auch eine Stadt geschenkt hätten, sie ihn damit noch 
nicht 
nach 
vollem 
Verdienst 
belohnt 
haben 
Vvüfden ; 
doch 
hin- 
dert 
das Alles 
noch 
nicht, 
dass 
Michel Angelo 
immer 
Michel 
Angelo bleibt. 
Aret. Hört nur weiter zu. Auch König Philippz), wür- 
diger Sohn eines so erhabenen Fürsten, achtet und liebt die 
Malerei, und es ist kaum daran zu zweifeln, dass er dereinst 
die vielen Arbeiten, 
wie ich hoffe, der 
die Tizian 
Munificenz 
ihm öfter zugesendet, in einer, 
eines solchen Herrschers, und 
1) Mit dem Hofe von Ferrara stund Tizian seit dem Jahre 1516 in ununter- 
brochener Verbindung; die ersten Beziehungen zum Hofe von Mantua datiren 
von 1523; in das Jahr x537 fallen die Porträte des Francesco Maria, Herzogs 
von Urbino, und seiner Gemalin Eleonora. Das lebensgrosse Kniestück, Al- 
fons I. von Ferrara mit Lucrezia und einem kleinen Prinzen vor Maria ist in 
der Dresdener Gallerie.  Das auch von Vasari gepriesene Gemälde „Bacchus 
und Ariadne" 1514 von Tizian für Alfons l. geinalt, ging 1825 in die englische 
Nationalgallerie über. In Fefrara befinden sich jetzt nur wenige Gemälde 
Tizians. 
2) Philipp ll. und Tizian Stunden in lebhaftem Verkehr. Am 22. Oc- 
tober 1561 schrieb Philipp II. an Tizian wegen einigen Gemälden (Gaye III. 
 Am 5. August 1564 berichtet Tizian über ein Abendmal, das er nach 
Siebenjähriger Arbeit für den König vollendet hatte; vom 5. Juli 1571 ist das 
Patent Philipp's II. datirt, in welchem der König dem Maler einige Begün- 
stigungen betreffs seiner Testamentsverfügungen macht.
        

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