Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399567
keit 
des 
und Bildung nothwenclig sind, 
Schönen und Hässlichen ein 
so auch zur Unterscheidung 
feiner Geschmack und ein 
besonderer 
Kunstsinn 
benöthigt 
werden , 
die 
Yl-ll I" 
dem 
Maler 
eigen sind. 
A r e t. 
Das 
ist 
kein 
entscheidender 
Gfund , 
denn 
etwas 
ist das Auge, etwas anderes der Geist. Das Auge kann 
Anschauen nicht täuschen, wenn es nicht krank, schie- 
anderes 
sich im 
lend oder durch irgend welchen Zufall gestört ist, während der 
Geist sich allerdings und oft irrt, sobald er von Unwissenheit 
oder Voreingenommenheit umflort ist. Der Mensch wünscht 
naturgemäss das Gute; aber er kann in der Wahl irren und 
das für gut halten, was schlecht ist; was gewöhnlich jene thun, 
die sich lieber zum Nützlichen als zum Rechtschaffenen wen- 
den. 
Daher 
Fab. 
das 
Das 
Bedürfniss 
Nämliche 
der Philosophie. 
lässt sich auch 
VOITl 
Auge 
sagen, 
welches von einem gewissen Scheine getäuscht, gar oft was 
hässlich ist für schön, und was schön ist für hässlich hält. 
Aret. Bereits sagte ich Euch, dass die grössere Erfahrung 
das Verständniss heranbildet und nun behaupte ich, dass der 
Geist 
sich 
leichter 
täuscht 
als 
das 
Auge. 
Dennoch 
seid 
immer- 
hin überzeugt, dass in 
Verständniss des Guten 
alle Menschen ein gewisses natürliches 
und des Bösen, so auch des Schönen 
und des Hässlichen soweit gelegt ist, dass sie Beides erkennen, 
und dass es Viele gibt, die ohne literarische Bildung, ganz 
richtig über Dichtungen und dergleichen Werke urtheilen, wie 
ja ohnehin die Menge es ist, welche Dichtern, Rednern, Schau- 
spielern, Musikern und in noch höherem Grade Malern ihren 
Ruf im Allgemeinen verschaffen. Daher sagte Cicero, dass so 
gross auch von jeher der Unterschied zwischen Weisen und Un- 
wissenden war, dieser Unterschied in der Art ihres Urtheiles 
doch sehr klein erschien, und was Apelles betrifft, so wissen 
wir, dass er seine Werke dem ötfentlichen Urtheile vorzulegen 
pflegte; sowie man auch hinzusetzen könnte, dass die drei
        

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