Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399422
schen 
Form 
auf eine einzige 
tadeln, der sich 
von so wenig Einsicht, dass sie Alles 
zurückführen, und Jeden entschieden 
VOIl 
derselben 
ferne 
hält. 
Daher 
hat 
auch, 
SO 
erzählt 
man) 
Horaz 
sich 
über 
einen 
Tölpel 
lustig 
gemacht, 
der 
VOII 
einer 
so heiklichen Geschmacksrichtung 
War: 
dass 
Cf 
V01] 
Niemandem 
Andern je Verse sang oder declamirte, als von Catull und Cal- 
vus1). Lebte aber Horaz heute noch, so würde er sich noch 
mehr über Euch, und Eure Worte, lustig machen, nachdem 
Ihr 
um 
verlangt, dass Menschen keine Augen haben sollen, als 
Bilder von Michel Angelo anzusehen; obwohl, wie 
nur 
ich 
bereits 
sagte, 
UHS 
der 
Himmel 
heutzutage Maler 
geschenkt hat, 
die diesem gleichkommen und sogar ihn überiiügeln. 
Fbab. Und wo werdet Ihr einen andern Michel Angelo, 
geschweige denn einen Grösseren als ihn, finden? 
Aret. Es ist zwar Kinderart, mehrmals dieselbe Sache 
Zll 
wiederholen ; 
dennoch wiederhole 
ich Euch, 
dass 
wir 
gegen- 
wärtig 
Maler 
besitzen, 
die 
ihm 
durchaus 
nicht 
nachstehen, 
ihn sogar in gewisser Beziehung übertreffen. Schon Tizian allein 
genügt, wie ich bereits andcutete, dies zu beweisen, ohne von 
den Anderen, die da waren, zu sprechen. 
Fab. 
erwiedern, 
Ich aber werde immer darauf 
dass 
Michel 
Angele einzig dasteht. 
Aret. Ich möchte 
keinen 
Vergleich 
anstellen, 
und 
zwar, 
um 
einer 
Abschätzung, 
die 
immer 
etwas 
Odioses 
an 
sich 
haI: 
auszuweichen. 
Fab. Es scheint mir, dass zwischen uns ein freier Meinungsä 
austausch 
stattfinden 
könne; 
CS 
wäre 
mir 
sehr 
willkommen, 
wenn 
Ihr 
einen 
Euerer 
gefeierten 
Maler 
wählen 
und 
ihn 
mit 
Geburt. Aldus Manutius hat seine Werke zuerst, wenn auch fehlerhaft, 1504-5 
herausgegeben. Apollonius der Rhodier, Dichter und Grarnmatiker, lebte um 
220 v. Ch. G. und gehört in den Kreis der Alexandriner. Die erste Ausgabe 
seiner Werke erschien in Florenz 1496 und in Venedig 1521 apud Aldum. 
1) Calvus Licinius, ein röm. Dichter aus dem berühmten etruskischen 
Geschlecht der Licinier. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.