Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399390
wurde er später von Giorgio da Castelfranco 1) übertroffen, und 
dieser wieder in ungeheurem Maasse von Tizian, welcher seinen 
Gestalten eine heroische Würde, ein ungemein zartes Colorit 
und so naturgetreue Tinten 
behaupten kann: sie gehen 
verlieh, dass man in Wahrheit 
gleichen Schritt mit der Natur 
selbst. 
Fab. 
Meine 
Gewohnheit 
ist 
CS 
nicht, 
Herr Pietro, 
irgend 
Jemanden 
Zll 
radeln ; 
doch 
kann 
ich 
Euch 
versichern, 
dass, 
wer auch nur ein einziges Mal die Gemälde des göttlichen 
Michel Angelo 2) gesehen, sich kaum mehr, sozusagen, die Mühe 
geben sollte, zur Besichtigung der Werke von was immer von 
einem anderen Maler die Augen zu öffnen. 
Aret. Ihr sagt zu viel und thut vielen hervorragenden 
Malern Unrecht; so z. B. dem Rafael von Urbino, dem An- 
tonio 
du 
Correggio, 
dem 
Francesco 
Parmegiano, 
dem 
Giulio 
Romano, 
und 
VOI" 
Allem 
UHSCICIII 
Tizian 
Vecellio, 
welche 
alle 
insgesammt mit ihren wundervollen Schöpfungen der Malerei 
Rom, und fast ganz Italien geschmückt, und der Malerkunst 
einen 
solchen 
Glanz 
verliehen 
haben, 
dass 
sich 
vielleicht 
meh- 
rere 
Jahrhunderte 
hindurch 
kein 
Anderer 
dieser 
Höhe 
wird 
aufschwingen 
können 
Ich 
schweige 
dabei 
VOII 
Andrea 
del 
gCb_ 
1) Giorgio Barbarella da Castelfranco, 
vor 1477, gest. 1511 in Venedig. 
genannt 
Giorgione 
2) Michel Angelo Buonarotti, geb. 1474, gest. 1563, von seinen 
Zeitgenossen „il Divino" genannt  einexAuszeichnung, die in der über- 
schwenglichen Sprache der Zeit auch Rafael und auch anderen Künstlern 
zu Theil wurde.  Rafael Sanzio, geb. zu Urbino 1483, gestorben zu 
Rom 1520. 
3) „Der Verfasser"  bemerkt der Horentiner Herausgeber Dolce's vom 
Jahre 1735  "hat 'ganz richtig prophezeit; denn seit Ende des XIV. bis 
beiläufig gegen die Mitte des XVI. Jahrhunderts, wo Leonardo da Vinci, 
Michel Angeln, Railäello, Giorgione, Tiziano, Correggio, il Parmegiano und 
Albrecht Dürer wirkten, hat man keine Maler mehr gesehen, welche Jenen 
gleichgestellt werden konnten. Allerdings gab es nachher auch grosse Männer, 
aber nicht ganz von der Bedeutung Jener." Ucber die Zusammenstellung der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.