Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399345
Bembo 
und 
sind 
die 
Annalen 
einer 
YVeise 
davon 
erfüllt, 
dass 
ihnen 
hiedurch 
ein 
überreicher 
Stoff 
zugeführt 
ist. 
Um zu 
geschweigen des sehr zu verehrenden Abbate Monsignore Fran- 
cesco, Eures Oheims, und Eures berühmten Vaters (dessen 
grosse Güte und schier unbegrenzte Tüchtigkeit im kleinsten 
Theil zu berichten ich nicht im Stande bin) und vieler anderer, 
welche gegenwärtig sowohl durch Ehren als durch herrliche 
Gaben des Geistes Ruhm haben. Unter diesen ist es Euer Herr- 
lichkeit, welche zahlreiche seltene und tugendreiche Eigenschaften 
in leuchtender und glanzvoller Weise besitzt, so dass es keine 
Stufe der Ehren gibt, welcher Dieselben nicht würdig erachtet 
"werden und es nicht wären, um davon Besitz zu nehmen. Nicht 
minder muss ich des jungen Abbate Msgr. Antonio, Deren 
würdigen Bruders, gedenken, welchen in so zartem Alter die 
Kenntniss der schönen Wissenschaften ziert, und ferner all" 
jene edeln 
Vaters und 
Sitten, die man von dem Sprössling eines solchen 
so erlauchter Vorfahren wünschen kann. Was meine 
eigenen Motive anlangt, so hatte, abgesehen von den vielen 
Wohlthaten, die mein Grossvater und mein Haus durch den 
mächtigsten, edelsten und nie genug gelobten Fürsten empfing, 
mein Vater (der mich im Alter von zwei Jahren verliess) durch 
ihn "die Stelle des Castaldo, ein sehr ehrenvolles Amt unter den 
Bürgern. Ich habe also so beschaffene VerpHichtungen gegen 
Euer berühmtestes Haus und, da ich den Wunsch, meine Er- 
gebenheit zu beweisen, nicht anders befriedigen kann, den ich 
immer gehegt habe und noch hege, so komme ich mit diesem 
kleinen Geschenke vor Eure Herrlichkeit, welches gleichsam 
wie schmutziges Wasser ist, welches der niedere Bürger auf 
seinen rauhen Händen dem grossen Herrn entgegenbringt. Weil 
aber die Malerei, von welcher in diesem Büchlein unter einem 
Vergleich des Rafael und Michel Angelo sehr geziernend gehan- 
delt wird, eine edle Kunst ist, und auch Eure Herrlichkeit 
höchst edel und gebildet ist, so hoffe ich, dass Dieselbe, im Hin-
        

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