Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1399277
Leider erfahren wir in der sehr breiten Einleitung wenig über 
Dolce und die venetianische Malerei; dafür hat Hr. Vleugels die 
Errata-corrige vergessen, die am Schlusse der Originalausgabe 
verzeichnet sind. Eine holländische Uebersetzung wurde durch 
Jacobus de Jongh, Amsterdam, bei Gerrit du Groot 1756 be- 
sorgt. Eine deutsche Ucbersetzung erschien im Jahre 1759, als 
erster Band der "Sammlung vermischter Schriften zur Beför- 
derung der schönen Wissenschaften". Die englische Uebersetzung, 
von M. Browne erschien London 1770 S". Im Jahre 1863 er- 
schien in Mailand bei Daelli eine neue Ausgabe des Dialogo. 
Der Auffassung seiner Zeit folgend, zergliedert Dolce in 
diesem Dialoge nach den üblichen Categorien der Erfindung, 
der Zeichnung und des Colorites Rafael, Michel Angelo und 
Tizian mit Feinheit, nicht ohne Streiflichter auf einige andere 
hervorragende Künstler, insbesonders auf Giorgione, zu werfen. 
Es ist in hohem Grade wahrscheinlich, dass dieser Dialog 
direct von Tizian und Pietro Aretino beeintlusst wurde. Wie 
weit aber der Einfluss des einen oder des anderen geht, lässt 
sich mit Sicherheit wohl kaum feststellen. Jacopo Morelli, der 
gelehrte und kunstverständige Bibliothekar der Marciana, be- 
merkt in dem Exemplar der Marciana "Man glaubt, dass der 
Dialog über Malerei des Dolce im Einverständniss mit Tizian 
verfasst 
Sei: 
Weil 
darin 
mehr 
gelobt 
iSta 
als 
Rafael 
und 
Michel Angelo, und Giacomo Carrara schreibt im Jahre 1768 
an Giov. Bottari, mit Rücksicht auf die über Michel Angelo 
gemachten Bemerkungen, Dolce, der selbst von Kunst nichts 
verstanden, habe diesen Dialog a dettatura dell' Aretino ver- 
fasst." Das ist jedenfalls übertrieben. Aretino ist nicht der Mann, 
der einen Dialog dictirt, und die Urheberschaft grossmüthig 
einem Anderen überlässt; und der Mann, der diesen Dialog 
verfasst, ist nicht so unkundig der Kunst, wie es Carrara glaubt. 
Dass Dolce und Tizian in directem Verkehre gestanden, geht auch 
aus dem Schreiben hervor, in welchem er ihm die von ihm
        

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