Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400290
jung malte er da in Oel die heilige Jungfrau, welche inmitten 
einer Menge Engel, die sie begleiten, zum Himmel fährt, und 
brachte ober ihr Gott Vater, umgeben von zwei Engeln, an. 
Es macht ganz den Eindruck, als ob sie wirklich cmporstiege, 
und während ihre Kleider sich anmuthig in der Luft bewegen, 
ist das Antlitz voll inniger Demuth. Unten befinden sich die 
Aposteln, welche in verschiedenen Stellungen Freude und Ueber- 
raschung ausdrücken, und der Mehrzahl nach die natürliche 
Grösse überragen. Es bleibt ausgemacht, dass man in diesem 
Gemälde die Grösse und des Gewaltige des Michel Angelo, das 
Zarte und Anmuthige Rafaels und das echte Colorit der Natur 
Endet. Das war das erste Bild, das er in Oel malte; er führte 
es in äusserst kurzer Zeit aus, und war, wie schon erwähnt, 
noch sehr jung. Aber die alltäglichen Maler, 
sende Volk, Welche bis dahin nichts anderes, 
und kalten Arbeiten des Giovanni Bellino, des 
und das unwis- 
als die leblosen 
Gentile und des 
Vivarini gesehen hatten (da Giorgione noch kein öffentliches 
Oelbild, und höchstens einzelne Halbfiguren und Porträts 
gemacht hatte, die ohne Bewegung und Relief waren), sagten 
dem Bilde TlZlElHS alles erdenkliche Schlechte nach. Als jedoch 
der Neid sich gelegt, und die Wahrheit ihnen nach und nach 
die Augen geöffnet hatte, da begann man in Venedig, die neue 
von Tizian eingeführte Richtung zu bewundern, und von da 
an verlegten sich alle Maler darauf, dieselbe nachzuahmen; 
geriethen aber, da- sie nicht auf der Höhe standen, auf allerlei 
und zwar nach einer Bezeichnung, die auf der reichen Umrahmung des Al- 
tarbildes, wie Padre della Valle berichtet, sich befand. Dolce hält das Bild 
otTenbar jünger, und es bleibt noch zu untersuchen, ob sich doch nicht die 
Jahreszahl auf die Prachturnrahmung und nicht auf das Gemälde bezöge. S. 
wegen der sich auf dieses Bild beziehenden Anekdoten Ridolfi l. c. 146. 
Die Mönche fanden den Preis zu IIICUCY; dass das Bild gewaltiges Aufsehen 
in Künstlerkreisen erregte, ist leicht zu begreifen. Heutlgen Tages ist das 
Gemälde in der Gallerie der Akademie zu Venedig.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.