Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400245
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seltener, grosser Maler, als ein gewandter Zeichenkünstler, reich 
an Erfindung und wohlerfahren, und als ein vortrefüicher Nach- 
ahmer der Antike bezeichnet werden. Wahr ist's, dass er 
der Farbe nicht reussirte, und dass seine besten Arbeiten 
in 
die 
dunkel 
hell- 
gehaltenen 
F resco's 
sind. 
Was 
aber 
an 
ihm 
überraschend erscheint, das ist der Umstand, dass er schon 21 
oder 22 Jahre zählte, als er unter Rafaels Leitung das Malen 
zu lernen begann. Auch er starb in jungen Jahren, und ward 
zu Messina, wegen einiger Geldrnünzen, von seinem verruchten 
Diener 
grausam 
ermordet, 
der 
hierauf 
Zlll" 
Strafe 
der 
näm- 
Hchen 
Stadt 
geviertheilt 
wurde. 
der 
Fab. Immer mehr sehe ich 
Malerei nicht einzig dasteht. 
ein: 
dass 
Michel 
Angelo 
in 
Aret. Andrea del Sarto 1) erreichte gleichfalls einen hohen 
Grad der Vollendung in dieser Kunst; seine Arbeiten geiielen 
ganz besonders dem König Franz l. von Frankreich. Auch 
Perino del Vega verdient kein geringes Lob, sowie den Malern 
die Werke des Antonio da Pordenone 2) nicht wenig Achtung 
die Triumphbogen, und fand viel Anerkennung damit. Ueber seine Ermor- 
dung berichtet auch Vasari (IX. p. 64). 
1) Andrea Vannucchi, gen. del Sarto, geb. zu Florenz 14.88, gest. 
zu Florenz 1530. Er trat 1518 in die Dienste Franz I., kehrte aber bald 
wieder nach Italien zurück.  Pierino Buonacorsi, gen. Perino del Vaga, 
geb. 1500 zu Florenz, trat in Rom in die Schule RafaePs, und starb da- 
seibst 154.7. 
7) Pordenonds Fresken am Hause Talenti existiren nicht mehr; wohl 
aber die Bilder in der Kirche S. Rocco. Sie sind meist vom J. 1528. Vasari 
(IX. 36.) beschreibt die Fresken, doch verwechselt er die Tintorettds mit 
denen Pordenone's. 
seine 
Ermor- 
Dass Pordenone, ein selbständiger Künstler, neben Giorgione und Tizian 
der hervorragendste F rcskenmaler der venetianischen Schule war, erleidet wohl 
kaum einen Zweifel. Geboren 1483 zu POIClCDOIIC, der Sohn des Baumeisters 
Agnolo di Bartolomeo de" Carticellis aus Brescia, arbeitete an verschiedenen 
Orten in Friaul, in Treviso und kam erst 1528 zu einem längeren Aufent- 
halte nach Venedig. Von 1529-1532 War er in Piacenza und Genua, und 
1533 in Conegliano und einigen kleineren Orten Friauls thätig. 1535 treffen
        

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