Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400192
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lassen. 
Es 
ist 
das 
ausserdem 
etwas, 
was 
ich 
Euch 
versprochen 
habe; daher ich nicht unterlassen will, auch über einige andere 
Maler zu sprechen, damit Ihr einsehen rnöget, dass der Him- 
mel uns heutzutage eben so günstig in der Malerei, wie in 
der schönen Literatur war. Ich sage also, dass Leonardo 
Vinci in jeder Beziehung dem Michel Angelo gleich kam; doch 
besass er einen nach so erhabenen Dingen gerichteten Geist, 
dass ihn das, was er geschaffen hatte, nie selbst zufrieden 
stellte. Obwohl in Allem tüchtig, leistete er besonders Erstaun- 
liches 
im 
Darstellen 
VOfl 
Pferden 
Nach 
ihm 
kam 
Giorgio 
da 
Castelfranco 2), 
ein 
sehr 
geachteter 
Maler, 
Welcher 
aber 
noch 
 Dass Dolce bei Leonardo die Kunst, Pferde darzustellen, besonders 
hervorhebt, erkläirt sich Wohl durch das ungewöhnliche Aufsehen, welches 
das Modell zur Reiterstatue Lodovico Sforzas (1493) und der Carton der 
Schlacht von Anghiari (1504-1505), in welchem Reiterkäinpfe die hervor- 
ragendste Stellung einnehmen, in Künstlerkreisen erregt haben. 
2) Es dürfte manchen unserer Leser angenehm sein, alle Giorgione 
betreFlenden Stellen in L. D0lce's „l'rXretin0" zusammenzustellen, und sie mit 
dem zu vergleichen, was Ridolti und insbesonders Vasari im Leben 'l"izians 
über das XVechselverhältniss Giorgionds zu Tizian berichtet.  Dolcc erwähnt 
Giorgione an mehreren Stellen:  
S. 2 erwähnt er, dass Bellini für seine Zeit ein guter und sorgfältiger 
Meister "später von Giorgio da Castelfranco Eibertroüen wurde, und dieser 
wieder in ungeheurem Maasse von "Fizian". 
S. 34 spricht er von dem Aeusseren des s. g. Fondaco de Tledeschi, 
welches von „Giorgione da Castclfranco" gemalt wurde, und dem gegen die 
Merceria zugewendeten "Fheil, von Tizian, "welcher damals noch ein Jüng- 
ling (giovane) war". 
S. 100 führt er die grossen Meister Italiens auf Michel Angele, Lio- 
nardo "nach ihm kam Giorgione da Castelfranco, ein sehr geachteter Maler, 
welcher aber noch weit mehr versprochen ltatte (pittor di grande stima, ma 
di maggiorie aspettazione) und von dem ein Paar Bilder so lebendig im Aus- 
druck und dabei so zart im Tone, dass an ihnen keine Schatten existiren 
(sfumato tanto, che non si scorgono ombre). Dieser ausgezeichnete (valente) 
Mann starb an der Pest, zu nicht geringem Verluste für die Kunst". 
S. 104 gibt Dolcc die Jugendgeschichte Tizians. Er erzählt, dass Tizian 
von seinem Onkel zu den Zuccattfs, dann zu Gentile Bellini gegeben, und
        

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