Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400168
nichts 
hinzufügen; 
CS 
Wäre 
denn, 
Ihr 
behauptet, 
dass 
seine 
Figuren nicht bewegen, noch anregen. 
Fab. Das eben nicht. Was aber 
Michel Angelo? 
sagt 
Ihr 
über 
Jene 
des 
Aret. Darüber Werde ich gar nichts sagen; weil das 
Etwas ist, worüber Alle gleichrnässig zu urtheilen berufen sind, 
und weil ich nicht möchte, dass meine Worte ihn verletzten. 
Fab. 
Geht 
also 
ZUID 
Colorit 
über. 
Aret. Es ist vorher nothwendig, 
gekleideten Menschen betrachten. 
dass 
wir 
auch 
den 
Fab. 
Geht über 
das hinaus; 
denn 
ich weiss ohnehin, 
dass 
Rafaels Drapirungskunst höher, als jene des Michel Angelo 
stellt wird; vielleicht darum, weil Rafael mehr Studium 
86' 
auf 
die 
Gewandung 
der Figuren, 
Michel Angelo 
mehr 
auf 
die Dar- 
Stellung 
des 
Nackten 
verwendete. 
Aret. 
Nicht 
doch; 
Rafael 
war 
mit 
dem 
Einem 
und 
mit 
dem Anderen gleich vertraut. Michel Angelo nur mit Letzterem. 
S0 könntet Ihr jetzt einsehen, dass Beide im Zeichnen sich 
gleich sind; dass aber Rafael höher steht, weil er mannigfal- 
tiger und universeller ist, weil er die unterscheidenden Eigen- 
thümlichkeiten des Geschlechtes und des Alters besser beobach- 
tete, 
und 
weil 
man 
seinen 
Bildern 
mehr 
Grazie 
und 
schmack begegnet, so zwar, 
seine Arbeiten nicht gefallen 
trifft. . . 
dass sich noch Keiner fand, dem 
hätten. Was nun das Colorit be- 
Fab. 
diesem 
Punkte 
will 
auch 
ich 
Euch 
beistimmen 
doch 
sprecht 
HUT 
Aret. Der anmuthsvolle Rafael übertraf im Colorit Alle, 
die vor ihm malten, sei es in Oel, sei es a fresco; in letzterem 
Genre noch mehr, so dass ich Viele sagen hörte, Rafaels Mauer- 
Bilder überträfen das Colorit selbst der grössten Oelmaler. 
sie sind zart, gesättigt, durch schönes Relief harmonisch ver- 
bunden, und weisen Alles nach, was die Kunst überhaupt
        

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