Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aretino oder Dialog über Malerei
Person:
Dolce, Lodovico Eitelberger von Edelberg, Rudolf Cerri, Cajetan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1398997
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1400146
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das 
Erstaunliche 
311 
den 
Köpfen, 
Beinen , 
Rücken, 
Armen, 
Füssen und Händen seiner Figuren. 
Fab. Er brachte nicht in derselben 
Weise 
wie 
Miche] 
und andere 
Angelo die Knochen, Muskeln, gewisse kleine Nerven L 
feinere Dinge zum Vorschein. 
Aret. Diese Partien hat er in seinen Figuren 
soweit 
CS 
gLlt war 
ich sage 
darin zu 
zum Vorschein 
das, ohne ihn 
viel des Guten 
gebracht, während Michel Angelo  
beleidigen zu wollen  nuanchesmal 
that. Das ist so klar, dass es kaum 
Noth thut, über diesen Punkt ein Mehreres zu 
müsst Ihr Euch an meine Worte erinnern, dass 
sagen. 
es weit 
Dann 
wich- 
tiger ist, die Knochen mit vollem und zartem Fleische zu be- 
decken, als sie geschunden darzustellen. Beweis dessen, dass 
die Alten, der Mehrzahl nach, ihre Figuren zart und wenig 
rnarkirt darstellten. Indessen soll durchaus nicht behauptet wer- 
den, dass Rafael sich immer nur an dem Zarten gehalten habe. 
Im Gegentheile: indem er bei seinen Figuren mannigfaltig vor- 
ging, hat er auch, wie ich schon bemerkte, starke markirte 
Nacktheiten, je nach Bedarf vorgebracht; wie man dies in 
seinen Schlachtbildern, an der Figur jenes von seinem Sohne 
getragenen Greises, und bei vielen anderen sieht. Doch gab er 
sich nicht viel mit dieser Malerei ab, Weil sein Hauptziel darin 
bestand, dass er gefalle (was auch in Wirklichkeit das vorzüg- 
lichste Streben des Malers sein soll); so dass während er dar- 
nach trachtete, sich lieber den Beinamen des "Gefälligen", als 
jenen des "Gewaltigen" zu verdienen, ihm statt dessen der 
Beiname des "Anmuthigen" zu Theil ward. Denn ausser der 
Erfindung, der Zeichnung, der Mannigfaltigkeit, und ausserdem, 
dass alle seine Arbeiten unendlich fesseln, ist denselben auch 
noch jener Vorzug eigen, den die Figuren des Apelles, wie Plinius 
schreibt, hatten, nämlich Reiz; was ein gewisses Etwas ist, das 
bei Malern und Dichtern bezaubert, und den Geist mit LlHCHCi- 
licher 
Lust 
erfüllt, 
ohne 
dass man 
selbst 
entdecken 
könne, 
VOU
        

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