Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278669
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Ausdehnung des Tageslichts in freier Luft zu er- 
weisen und die Notwendigkeit, dass ein Bild, um in 
seiner Farbe wahr zu sein, wie ein breiter Raum in 
erhöhter Beleuchtung wirken müsste, und nicht wie 
die Bilder der alten Meister als ein zusammenge- 
stückeltes Kompendium schwarzer Schatten, wie die 
Natur in Trauergewändern. Wohl hat Turner in 
Einzelteilen seiner Bilder die unerreichbare Intensität 
eines Farbentons in die erreichbare Lage eines höheren 
übersetzt. Z. B. das goldne Grün intensiven Sonnen- 
lichts auf Grün, in reines Gelb, denn er weiß, es 
ist unmöglich, mit einer Mischung von Blau die In- 
tensität des Lichtes nur relativ wiederzugeben. Und 
er besteht immer auf der Richtigkeit von Licht und 
Schatten, was es ihn auch an Farbe koste. Er tut es 
aber nur selten und nur auf kleinen Flächen. Ich 
wäre seinen Kritikern verbunden, wenn sie einmal 
hinausgingen an ein moosgrünes, vom vollen Sommer- 
sonnenschein beleuchtetes Gestade, und versuchten 
diesen Ton zu treffen. Wenn sie dann finden, dass 
indisch Gelb und Chrom daneben dunkel erscheinen, 
mögen sie ehrlich sagen, was der Wahrheit näher 
kommt, Turners Gold oder das trauernde, trübe 
Olivenbraun und kupfrige Grün, in dem Claude, mit 
dem Fleiß und Verstand eines Sevres Porzellanmalers, 
Blättergestrüpp mühsam über seinen kindischen Vor- 
dergrund schleift. 
Es ist seltsam genug, dass die Hauptangriife auf 
Turner wegen übertriebener Farbenpracht ihm nicht
        

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