Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278603
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trafen gerade die Stellen, auf denen das Auge des 
gewöhnlichen, gedankenlosen Beschauers Nachahmung 
sucht, und gewannen so den breitesten Anschein, den 
Ton der Wahrheit, den die Kunst zu erreichen vermag, 
treulich 
Zll 
treffen. 
. . . Wir sind nicht gewohnt, bei den gewagten, 
schwierigen Übergängen des modernen Meisters 
Turner zu verweilen, die nicht sofort auf unsere ge- 
wöhnlichen Wahrheitsvorstellungen wirken; denn er 
vereint oft in einem Bilde zwei, drei, und noch 
mehr verschiedene Töne. Aber auch hierin folgt er 
der Natur; denn mit der Änderung des Klima ändert 
sich auch der Ton; das Klima verändert sich mit 
jeden zweihundert Fuß Höhe, und die oberen Wolken 
haben daher immer einen anderen Ton als die unteren; 
diese wieder einen anderen als die übrige Land- 
schaft, und diese wieder als einzelne Teile des I-lo- 
rizontes. Wenn die Natur sich dies in hohem Grade 
erlaubt, wie immer in ihren prächtigsten Wirkungen, 
so erreicht sie es nicht durch einen intensiven Ton, 
wie in dem tiefen, stillen Gelb eines Juliabends, 
sondern durch den Glanz und die Verschiedenheit 
zusammengesetzter Farbe, in der wir allmählich 
zwanzig Töne tief und hehr erkennen werden. Turners 
Vermögen, kalte und warme Töne zu einen, hat nie 
ein anderer Künstler nur annähernd erreicht. 
Die alten Meister, zufrieden, wenn sie einen Ton 
erreichten, opferten seiner Einheit alle besonderen 
Steigerungen, wie den verschiedenen Ausdruck von
        

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