Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278580
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gespielt werden, so wäre solch Verfahren recht und 
notwendig. Aber die Natur übertrifft uns nicht nur 
so sehr in der Fähigkeit, Helligkeit auszuwirken, als 
die Sonne lichter ist als weißes Papier;  sie über- 
trifft uns auch unendlich an Schattenkraft. Ihre 
tiefsten Schatten sind leere Höhlen, die kein Licht 
reflektieren. Gemalte Schatten aber sind schwarze 
Flächen, von welchen, wir mögen sie so tief tönen wie 
wir wollen, immer noch Licht ausgeht, so dass sie, 
gegen eine Stelle tiefsten Düsters der Natur gehalten, 
geradezu licht wirken. Unser hellstes Licht ist 
weißes Papier, unsere tiefsten Schatten eine sichtbar 
beleuchtete Fläche, und damit werfen wir der Natur 
den Handschuh hin, deren Licht die Sonne und deren 
Schatten die Leere ist. Sie kann es sich erlauben, 
ihre materiellen Objekte dunkel auf den leuchtend 
luftigen Ton ihres Himmels zu werfen, und diesen 
Objekten selbst tausend mittlere Töne und Fernen 
zu verleihen, ehe sie bei Schwarz und Dunkel anlangt; 
denn alle beleuchteten Flächen ihrer Objekte sind so 
viel deutlicher und lebhafter hell, wie ihre nächsten 
und nächtlichsten Schatten, als der Himmel heller ist 
denn die beleuchtete Erde. Bestehen wir aber 
unserem armseligen, stumpfen Dunkel gelber Himmels- 
töne gegenüber auf demselben Schattenverhältnis der 
materiellen Ohjekte, dann gelangen wir bald auf den 
untersten Grund unserer Farbenskala; und was in 
aller Welt sollen wir weiter beginnen? Woher sollen all 
unsere mittleren Fernen kommen? Wie sollen wir
        

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