Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278577
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aber seiner Qualität nach anders wirken. Gewöhnlich 
streben die Künstler danach, das darzustellen, was uns 
die beleuchtete aber tote Farbe in der Natur anders 
empfinden lässt als die unbeleuchtete aber helle Farbe; 
was Liebhaber und Kenner "Ton" nennen und worüber 
sie Unsinn reden. Mangel an Ton in einem Bilde 
entsteht aber, wenn Objekte in ihrer eigenen positiven 
Farbe hell erscheinen. Denn dadurch entsteht die 
irrtümliche Empfindung, dass nicht das Licht ihre Farbe 
erhöht habe. 
SO 
. . Was 
auf die 
ich aber Ton nenne, bezieht sich eben- 
Summe der Unterschiede wie auf ihre 
Verteilung. 
In dieser Hinsicht wirken die feingetönten Bilder der 
alten Meister wie Töne der Natur, die einige Oktaven 
tiefer gespielt werden. Die dunkeln Objekte der 
mittleren Ferne stehen genau in demselben Ver- 
hältnis zu der Helle des Himmels, wie in der Natur; 
auf den Bildern ist diese Helle aber unendlich ver- 
ringert 
und 
die Schatten 
in 
demselben 
Maße 
vertieft. 
Ich war oft erstaunt, wenn ich an einem dunkeln 
Tage die Bilder einer Camera obscura betrachtete, 
wie genau sie an einige der besten Bilder der alten 
Meister erinnerten; alles Laubwerk erschien schwarz 
gegen den Himmel, und nichts trat aus der Masse 
heraus, als das vereinzelte Leuchten eines silbernen 
Stammes oder einer ungewöhnlich erhellten Blätter- 
gruppe. Könnte hierin Übereinstimmung erzielt und 
alle Töne der Natur ein oder zwei Oktaven tiefer
        

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