Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278546
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hervorzurufen, dass er 
wirkt als vorher. Diese 
anders auf unsere Sinne 
wird gewöhnlich als Kraft 
bezeichnet. 
[Da nun die Menschen anerkanntermaßen Farbe ver- 
schieden sehen, folgert Ruskin, Wahrheit der Farbe 
sei eine sekundäre Qualität, und Wahrheit der Form, 
für die künstlerische und namentlich die malerische 
Darstellung die wichtigere. Man wäre aber sehr im 
Irrtum, daraus zu schließen, die Farbe stehe ihm in 
der Malerei erst in zweiter Linie. Lediglich Lockes 
Schema zu Liebe tut er sich selbst Gewalt an und 
kommt auf Umwegen zu einer geistreichen Definition 
der Form, die die Feinheit seiner Auffassung von 
Farbe erst voll entwickelt.] 
Zunächst muss ich den Sinn erklären, in dem ich 
das Wort "Form" gebrauche, weil die Maler ungenau 
und sorglos diesen Terminus auf die Konturen der 
Körper anwenden, während er notwendig Licht und 
Schatten mit umfasst. Wohl müssen Umriss und 
Chiaroscuro für den Schüler getrennte Gebiete bleiben. 
Aber keine Form kann vom Auge wahrgenommen 
werden, wenn man ihr Chiaroscuro ausschließt. 
Wenn ich von Form als von einem Element der 
Landschaft spreche, so meine ich jene vollkommene 
und harmonische Einheit der Umrisse von Licht und 
Schatten, wodurch alle Teile und Verhältnisse eines 
Körpers dem Auge erst verständlich werden. Wenn 
wir genau darauf achten, wie jedes materielle Ding 
sich dem Geist einprägt, gewinnen wir am ehesten
        

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