Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278494
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und worauf der Wurm wartet. Das zweite stellt die 
Wirkung der Seele auf den Leib dar. Aber die Seele in Er- 
regungen, die sie mit vielen teilt, die ihr Wesen nicht 
ausschließlich charakterisieren und vielleicht nur die 
Folge von Gewohnheit, Erziehung, Zufällen sind  
ein absichtlich oder unbewusst angenommener Schein, 
der Gegensatz zu ihrem wurzelechten verborgenen 
Sein. Der dritte Maler hat die Spur seiner ge- 
heimsten und mächtigsten Regungen entdeckt. Er ist 
ihnen nachgegangen, als alle Konvention, alle Heuche- 
lei, alle vorübergehenden und kleinlichen Emotionen 
von ihm ablielen; als Eis, Ufer und Schaum der un- 
sterblichen Strömungen in ihm zerbarst, einfiel und 
verzehrt wurde durch plötzlich erwachende innere 
Kraft. Als der Ruf und die Forderung eines Gott- 
Gedankens jene latent gelegenen Kräfte und Gefühle 
offenbar machte, die seines eigenen Geistes Wollen 
nicht aufrufen konnte, noch das eigene Bewusstsein 
ergreifen. Gott allein konnte es; Gott allein konnte 
die Tiefe und das Mysterium seiner besonderen, 
und ihn von allen Anderen aussondernden Eigen- 
heiten erwecken. 
Mit der äußeren Natur verhält es sich genau ebenso. 
Sie hat wie der Mensch Leib und Seele. Ihre Seele 
aber ist die Gottheit. Es ist möglich, den Leib ohne 
Geist darzustellen; das dünkt denen ähnlich, deren 
Sinne nur den Leib erkennen. Es ist ferner möglich, 
die gewöhnlichen, untergeordneten Betätigungen des 
Geistes darzustellen. Das dünkt denen ähnlich, die
        

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