Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278201
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Ideen zuführt, und ich nenne eine Idee hoch, die sich 
an die höchste Seite (faculty) der Seele wendet, sie 
weitet und durch diese Wirkung über sich hinaus- 
hebt. Aus dieser Delinition hoher Kunst ergibt sich 
die des großen Künstlers von selbst. Der größte 
Künstler ist der, welcher in der Gesamtheit seiner 
Schöpfungen die größte Zahl höchster Ideen ver- 
wirklicht. 
[Weil Ruskin seine Forderungen malerischer Werte 
in die Form von Ideen gekleidet hat, meinte man, er 
habe die Bedeutung künstlerischer Werte nicht ge- 
kannt und sei in die Fußtapfen derer getreten, die 
von der Kunst Darstellung abstrakter Ideen ver- 
langten. Nichts hat ihm ferner gelegen. Er versteht 
unter „Idee" das, wozu Locke den Ausdruck geprägt 
hat. Es handelt sich hier nicht um die Platonischen 
Ideen; nicht um das Gattungsmäßige, Allgemeine eines 
jeden Dinges, nicht um ein jenseitiges, seiendes, 
ewiges Urbild der Erscheinung, den Typus jeden 
Dinges; nicht um die Idee, welche einen Begriff aus- 
drückt. Auch nicht um die I-Iegelsche Idee, als dem 
Idealbild und der wesenhaften Essenz alles Vorhan- 
denen, noch weniger um einen aus einer anderen 
Kunst übernommenen inhaltlich konkreten, etwa novel- 
listischen oder dramatischen Zug. Ruskin beruft sich 
ausdrücklich auf Locke, der das W011 im Sinne von 
Vorstellung anwendet. Nach Locke sind: „Reale 
Ideen solche, die ihre Begründung in der Natur haben, 
die übereinstimmen mit dem wirklichen Sein und der
        

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