Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1278165
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und Nebendinge fallen zu lassen. Diese Zeittendenz 
war so stark, dass sie den unwissenschaftlichsten und 
unsystematischsten Kopf mit sich fortriss. 
Es waren seltsame Widersprüche, die ihn 
experimentellen Methode führten. 
Zll 
der 
Hundertundzwanzig 
Jahre 
VOY 
ihm 
hatte 
Locke 
die 
empirische Betrachtung geistiger Erscheinungen in 
England zur Geltung gebracht. Ruskin greift in 
seinem Erstlingswerk auf diesen großen Reformator 
zurück. Die ersten Kapitel von ,Modern Painters' I 
sind nach Stil, Anordnung in Abteilungen und Un- 
terabteilungen Lockes Essay ,Über den menschlichen 
Verstand' nachgebildet. 
Locke leugnete, dass dem Menschen Begriffe ange- 
boren seien. Für ihn war die Seele ein leeres Blatt, 
auf das die Dinge ihre Züge schreiben. Die Quellen 
menschlicher Begriffe sind die Erfahrung, die wir 
durch äußere Sinneseindrücke (sensations) erhalten. 
Auf die andere Seite des leeren Blattes schreibt die 
innere Wahrnehmung (reflection) ihre Züge. Alles 
Erkennen beruht in der Aufnahme von Eindrücken. 
Dem Verstande erwächst die Aufgabe, aus den 
Sinneseindrücken und der inneren Wahrnehmung zu- 
sammengesetzte Vorstellungen (complexions) zu bilden. 
Wo Ruskin es später unterlässt, dieses Prinzip aus- 
drücklich hervorzuheben, bildet es doch die Voraus- 
setzung seiner Erörterungen. Man könnte es die 
Einschlagsfäden seiner Lebensarbeit nennen. Ohne 
Sinneseindrücke gibt es auf keinem Gebiet ein
        

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