Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280989
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piindung, welche den Eindruck des Übersinnlichen 
machte. Ich kenne nichts Ungeistigeres in dem 
ganzen Gebiet der Kunst als den Apollo von Belve- 
dere. Wie er die Finger der rechten Hand erhebt, 
aus Freude darüber dass sein Pfeil getroffen, wäre 
schon in einem Fürsten gemein, vielmehr in einer 
Gottheit. Sandalen heben die Göttlichkeit des Fußes 
auf, und seine 
Leidenschaft. 
Lippe 
kräuselt 
sich 
in 
todbringender 
Der Grieche besaß 
sinnlichen Geistes. 
nicht die Anschauung eines über- 
Er wusste nichts mit einem Wesen 
ohne Glieder anzufangen. Sein Gott ist ein räumlicher 
Gott, der spricht, etwas betreibt und auf Reisen geht. 
Wenn er jemals von einer wahren Empfindung der 
unsichtbaren Mächte um ihn her ergriffen war, so war 
es auf dem Schlachtfeld. Es ist etwas in dem Nahen 
des Todesschattens, etwas in der ehrfiirchtigen Er- 
füllung einer todbringenden Pflicht, die Gott wahrhaft, 
wenn auch dunkel offenbart. Jene Erscheinung auf 
dem Schlachtfeld von Platää ist nicht nur Aberglaube. 
Die beiden weißen Gestalten, die über die Ebene von 
Delphi loderten, als das Erdbeben und das Feuer 
vom Himmel Befehl vom Olymp brachten, waren 
mehr als Sonnenstrahlen in dem Staub des Schlacht- 
getümmels. Die heilige Wolke, die als leuchtende 
Lanze und Triumphgesang herniederging und über den 
Masten von Salamis brütete, war mehr als Morgen- 
nebel über den Oliven. Und doch, was waren des 
Griechen Vorstellungen von seinem Schlachtengott?
        

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