Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Moderne Maler
Person:
Ruskin, John Broicher, Charlotte
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1277533
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1280822
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im British Museum und der Fisch neben dem Jonas 
des Michelangelo. Die Fantasie, die hier waltet, fin- 
den wir nicht in dem völlig verwirklichten Floren- 
tiner Eber, noch in Rafaels Fischzug. Und doch 
beruht Vornehmheit und Schicklichkeit dieser Typen 
bei dem einen auf seiner architektonischen Bestim- 
mung und Charakter, und bei dem anderen auf seiner 
symbolischen Bedeutung. Es würde uns stören, die 
Formen des ägyptischen Löwen für die Rafaelische 
Darstellung in Simsons Kampf mit dem Löwen ein- 
zutauschen, noch wäre Michelangelos Walfisch erträg- 
lich in den Fischnetzen von Genezareth. Derartige 
Verallgemeinerungen sind demnach nur zulässig, wo 
die Gestalt nicht das Leben verwirklichen soll, son- 
dern symbolische Bedeutung hat, und als Dekoration 
oder Träger der Architektur verwandt wird. Dies 
macht eine typische Form notwendig. Die ent- 
gegengesetzte Behandlung kommt drollig zum Aus- 
druck in Carlo Dolcis St. Petrus im Pitti, den man, 
nach seinem hervorragenden Hahne mit glänzendem 
Gefieder und scharlachrotem Kamm, versucht ist für 
einen Geflügelhändler zu halten. Diese Behandlung 
der tierischen Form wirkt hier beleidigend durch 
die kleine und gemeine Art ihrer Verwirklichung. 
Andere Hände hätten einen wirklichen Hahn würdig 
behandelt. Dieser Hahn taugt aber nur an den Brat- 
spieß. Man vergleiche damit Tintorettos teils sym- 
bolische Behandlung, teils prachtvolle Verwirklichung 
des übernatürlichen Löwen im Bildnis des Dogen
        

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